Akku leer..

Ich stelle mit Entsetzen fest, dass mir ein Wochenende nicht mehr zur Regeneration ausreicht.

akkuleer

Gut, der letzte Urlaub ist schon ein gutes Jahr her und bestand quasi nur daraus, Dinge zu regeln und das Haus auf den Kopf zu stellen. Arbeit ist hier auch wieder genug, um den Urlaub fast automatisch zum Arbeitsurlaub zu machen, aber wenn kein Zwang dahinter steht, kann das auch durchaus entspannend wirken.
Irgendwie schaffe ich es momentan nicht, herunter zu fahren und die Reserven zu füllen, ich bin motivationslos und von jeder Kleinigkeit genervt und vor allem extrem lustlos. Es wird also Zeit, mal 14 Tage den Zündschlüssel an den Haken zu hängen und das werde ich in Angriff nehmen, bevor der Punkt überschritten ist, wo ich noch aufhören kann.

Davon mal ab müsste ich mich dringend mal wieder durchchecken lassen und das ist in diesem Job ja nicht anders möglich..

Schlechtes Karma…

… wird mir ja schon lange nachgesagt, aber diese Woche schlägt alles. Kann Karma eine “bad hair week” haben?
Gestern der Dieselklau, heute schon auf der Fahrt nach Hamburg in Verzug geraten, weil die B73 aus Richtung Stade kommend seit gestern abend bis zum 22. in Neu Wulmsdorf voll gesperrt ist, so daß man schon um 5.00 im Chaos versinkt.
Jetzt hat man die Wahl, ob man über Elsdorf fährt und im Stau steht, sich in Finkenwerder bei Airbus hinten anstellt oder auf der A1 eckige Räder bekommt.
Zu allem Überfluss ist mir dann auch noch meine Truckerkarte im Bukai aus der Hand gefallen und wurde von einem Kollegen überrollt. Äusserlich ist sie unversehrt, aber der Chip ist tot, ich kann mich damit nicht mehr anmelden und auch die selbständig arbeitenden Anlagen nicht mehr bedienen. Ersatz kostet 45 Euronen *soifz*. Ich glaube, ich vergrabe mich am Wochenende im Bett, bevor ich versehentlich jemanden umbringe..

Ausgelutscht

Und das nicht nur wegen der Zeitumstellung. Gestern Abend bin ich an der B214 kurz vor Braunschweig in die Nachtruhe gegangen. Ein kleiner Parkplatz, es passten nur 3 Lkw da hin. Hinter mir parkte später noch ein Kühler im Dauerlauf, sowas stört mich nicht weiter, im Gegenteil, das gleichmäßige Brummen lässt mich gut schlafen. Ich habe gegessen, mit Zuhause telefoniert und bin dann auch bald ins Bett.
Heute morgen habe ich um 6.00 Kaffee angeworfen, meine Morgentoilette erledigt und bin dann mit dem ersten Kaffee ums Auto gelaufen, um meine Abfahrkontrolle zu machen.
Als ich mit der Taschenlampe zum Hebel der Sattelplatte leuchtete, fehlte mir der Tankdeckel am Haupttank an der Beifahrerseite. Ein Blick in den Tank zeigte jede Menge Luft. Der anschließende Blick auf die Tankanzeige bestätigte das. Etwa 650-700 l Diesel waren die Beute, ich hatte vor 2 Tagen getankt.
Ich habe rein gar nichts mitbekommen, weder Geräusche noch Bewegungen. Zum kotzen sowas.

Zum Zuschauen verdammt..

..war ich in einer ziemlich haarigen Situation auf der A27. Durch eine Tagesbaustelle direkt hinter einem Einfädelungsstreifen und dementsprechend kopflosem Einordnen der PKW-Fahrer, die in meinen Sicherheitsabstand eingeschert sind, war ich gezwungen, ziemlich heftig den Anker zu werfen. Die Vollbremsung lief und ich war dazu verdammt, zuzuschauen, wie das Stauende immer näher rückte und zu hoffen, dass es reicht. Wenn nicht, hätte ich dem PKW rechts von mir den Anhänger weggeschossen, das war die einzige Richtung, die ich nehmen konnte, ohne andere ins Unglück zu reissen.

Dieses Mal ist noch alles gut gegangen, an ein Technikversagen mag ich gar nicht denken, wobei man bei den uralten Chassis des Auftraggebers jederzeit damit rechnen muss.

Liebe PKW-Fahrer, ein LKW hält nicht umsonst soviel Abstand. Den braucht er, um seine Masse zum Stillstand bringen zu können, nicht, damit Ihr noch schnell vor ihm reinziehen könnt.

Merke: Wer in den Bremsweg zieht, ist der Bremsweg.

Medienkompetenz?

Ich weiss nicht, was ich glauben soll. Die Nachrichten der letzten Tage habe ich über die ÖR im Radio wohl verfolgt, man kam ja auch kaum um die Unruhen in der Ukraine herum. Leider fehlte mir die Information aus erster Hand, ich habe ja momentan kein mobiles Internet. Dieses Video kann ich nicht auf seine Glaubwürdigkeit prüfen, es ist allerdings schlüssig, was dort erzählt wird und ich bin nicht wirklich abgeneigt, an eine einseitige und verfälschte Berichterstattung der Mainstream-Medien zu glauben. Wäre ja nicht das erste mal, dass wir verarscht werden.

Am besten macht Ihr Euch selber ein Bild: Hier gehts zum Video.

Gewonnen?

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Heute war Schlichtungstermin vor dem Arbeitsgericht Hamburg. Meine alte Firma schuldet mir noch 2 Monatsgehälter aus dem letzten Jahr und ist nicht ganz unschuldig an meiner desolaten Finanzlage, weshalb ich Klage erhoben habe. Ex-Chefin gab alles zu, so daß nur noch die Summe und die Zahlungsweise geklärt werden musste. Letztendlich lief es auf eine Ratenzahlung über 10 Monate hinaus, anderenfalls wäre es ins Hauptsacheverfahren gegangen und ich hätte zwar einen Titel gehabt, aber keine Garantie, dass in der maroden Bude noch etwas zu holen ist. Meine fehlenden Unterlagen soll ich jetzt auch endlich bekommen.

Da ich weiß, dass jetzt ein anderer Kollege am Daumen lutschen wird, damit sie mir mein Geld zahlen kann, freue ich mich nicht so richtig.
Ich kann jetzt endlich zurückzahlen, was mir Kollegen und Familie geliehen haben, damit ich nicht im Pappkarton unter der Brücke verhungern musste, das ist für mich das einzige Positive, was ich aus der Angelegenheit mitnehme.

Danke nochmal allen, die in der Not für mich da waren.

Ich bin wohl ein…

… schlechter Kraftfahrer, denn ich habe kein Wabcothyl dabei. Ein guter hat sowas immer mit, musste ich mir heute sagen lassen, als ich wegen eines eingefrorenen Ventils die Werkstatt anrief. Die Sache ist noch nicht abgeschlossen, denn ich stehe inzwischen wieder unter dem Chassis, die Bremsen lösen nicht und ich muss noch eine Runde nach Hamburg machen. Inzwischen ist ein Mechaniker mit Föhn, Brenner und Wabcothyl unterwegs zu mir, bin gespannt, ob der wenigstens aussieht wie Franz Meersdonk ;).

Es ist Zeit..

für ein Dankeschön.

Weihnachten dieses Jahr ist ein Fall für sich. Es gibt keine Geschenke, weder für uns, noch für die Kinder. Mit Mühe und Not wird das Geld vielleicht gerade so eben für die Miete reichen und wie ich die Nebenkosten aufbringen soll, weiss ich noch gar nicht. Danke dafür an meinen Ex-Chef, der mir noch 2 Monatsgehälter schuldig ist, die ich gerade mühsam einklagen muss. Eigentlich wäre ich vor 2 Monaten das erste Mal in diesem Jahr gerade davor gewesen und hätte vielleicht sogar noch etwas über gehabt, so durfte ich 2 Monate unterwegs am Daumen lutschen und war auf Hilfe von meiner Familie und Freunden angewiesen. Mein Konto ist ausgereizt bis zur letzten Dispogrenze und mehr ein schwarzes Loch, Rechnungen werden nur noch nach Dringlichkeit sortiert und dann bezahlt, wenn ich mal ein paar Taler übrig habe.

Ohne meine Familie und viele alte Freunde, die mich nach langer Zeit wieder in ihrer Mitte aufgenommen haben, als wäre ich nie weg gewesen, würde ich wahrscheinlich schon lange in einem Pappkarton unter ner Brücke hausen. In den Zeiten der größten Not half man mir, mich zu sortieren, meine Panikattacken zu überwinden und auch finanziell. Ich glaube, das kann ich nie wieder gut machen.

Speziell möchte ich mich bei Ela, Jessy und meinem Sohn, dem ich nach vielen Jahren endlich wieder näherkommen konnte, bedanken. Bei Mama und meiner Schwester, bei Ralf für unbürokratische Finanzhilfe im rechten Augenblick, bei der Tante für ihr offenes Ohr und das Angebot, sie per Email nerven zu dürfen. Bei André dafür, dass er einfach da war, als ich ihn brauchte und bei vielen anderen, die mir halfen, alles irgendwie geregelt zu bekommen.

Es wird trotz all der widrigen Umstände ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise meiner Lieben werden, wir brauchen keine Geschenke, solange wir uns haben.

Ich wünsche meinen Lesern ein friedliches, besinnliches Fest und das alle Eure Wünsche sich erfüllen mögen. Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr genausoviel Liebe und Menschlichkeit erfahren dürft, wie ich es in der letzten Zeit durfte. Kommt gut ins neue Jahr und passt auf Euch und eure Lieben auf.

Hells Opa

Ich habe das Skript gerade nochmal überarbeitet und blogge das jetzt einfach mal so weg. Informationen zu den Hells Truckers gibt es übrigens unter diesem Link.

 

Es war kalt geworden in der Einöde, der Wind strich heulend um die Hausecken und liess die verwitterten Fensterläden klappern. Der Kamin knisterte wohlig und versuchte verzweifelt, die an den Fenstern blühenden Eisblumen zu verdrängen. Leise quietschten die alten Dielen unter dem Schaukelstuhl, als Opa sich seine Pfeife stopfte und genüsslich in Brand setzte. Der Geruch von Bratäpfeln und Vanilletabak hing schwer in der Luft, als Opa ein letztes Mal den Stopfer in die Pfeife stieß und sie mit einem langen Zug anschmauchte. Opa war mittelgroß und hager, er hatte einen kleinen Buckel vom Arbeiten und verhärmte Gesichtszüge ob der Entbehrungen der letzten Arbeitsjahre.

 

Nun saß er im Kreise seiner Enkel, die mit leuchtenden Augen zu ihm aufsahen und um eine Geschichte bettelten. Opa war viel in der Welt herumgekommen und konnte die besten Geschichten erzählen, sagten sie. Opa sah auf, das flackernde Feuer erhellte sein Gesicht, den vollen, grauen Bart, die eingefallenen Wangen. Seine Augen leuchteten ab und zu unter dem Schirm seiner schwarzen Mütze hervor und die Aufschrift „Hells Truckers“ flackerte im gleichen Takt, als trüge er ein Brandmal auf der Stirn.

 

„Damals“, fing er leise an zu erzählen, „Damals, als ich noch jung war. Es war eine Nacht wie diese, klirrend kalt und stürmisch. Der Schnee fiel so dicht, dass man die Hand vor Augen kaum sehen konnte, selbst wenn man sie wegnahm.“

 

Er hielt inne und nahm seine Brille ab, putzte sie bedächtig mit seinem Strickpulli und setzte sie nach einem prüfenden Blick in Richtung des Kaminfeuers wieder auf.

 

„Es war so kalt, dass man keine Jumbobrücken abstellen konnte, weil die oberschenkeldicken Eiszapfen daran länger waren, als die Beine. Wer unvorsichtigerweise ohne Sturmhaube beim Rangieren die Nase aus dem Fenster hielt, hatte sofort Erfrierungen und konnte die zugefrorenen Augen nicht mehr schliessen. Der Wind trieb den Schnee in Massen vor sich her und manch ein Fahrer ist von den Flocken im Scheinwerferlicht so hypnotisiert worden, dass er von der Fahrbahn abkam und im Strassengraben liegend elendig erfror, bevor Hilfe vor Ort war.

 

Diese Nacht war die Geburt einer Legende. Nur wenige, die ihn gesehen haben, können heute noch ihren Nachkommen davon erzählen. Er kündigte sich mit einer Lichtflut an, 6 Fernscheinwerfer mit je 100W erhellten die Nacht, wenn er kam. Ein gigantischer Bullfänger reflektierte das Licht, was der Schnee zurückwarf und mischte es mit dem Leuchten unzähliger gelber und roter Markierungsleuchten an den Seiten zu einem überirdischen Glühen zusammen. Ein gigantisches Sidepipe liess den 500PS-V8 röhren wie eine Urzeitbestie, wenn er an einem vorbeigeschossen kam. Der Fahrtwind, den er vor sich herschob, bildete eine eiskalte Druckwelle, die jeden in den Graben drückte, wenn er nicht aufpasste.

 

In dieser Nacht sah ich ihn zum ersten und einzigen Mal, den fliegenden Brandenburger in seinem gelben Scania.

 

Ich war seit Stunden unterwegs und hatte schon einige Male im Schneetreiben die Orientierung fast verloren. Die Strasse war mehr zu erahnen, ich konnte nur zwischen den Begrenzungspfählen und den Stangen für den Schneepflug navigieren, um nicht von der Fahrbahn abzukommen. Seit einer gefühlten Ewigkeit war ich auf der Suche nach einem etwas windgeschützten Parkplatz, um endlich in die Nachtruhe gehen zu können. Den Kampf mit dem Sekundenschlaf hatte ich ein parmal sehr knapp gewonnen und ich wusste, ich konnte nicht mehr lange so weiter machen.“

 

Er zog an seiner Pfeife, stopfte sie kurz nach und erhob sich aus dem knarrenden Schaukelstuhl, um ein Holzscheit in den Kamin zu werfen. Das Feuer flackerte kurz hoch und seine Augen glühten in der Dunkelheit des Zimmers auf. Der Schaukelstuhl knarzte erneut, als er sich seufzend wieder hinsetzte.

 

„Ich war viel zu lange unterwegs, aber aus Angst, meinen Job zu verlieren und meine Familie nicht mehr ernähren zu können, biss ich dennoch die Zähne zusammen und fuhr weiter. Mit starkem Kaffee hatte ich die Nacht überstanden, doch die Wirkung liess langsam nach und meine Augen wurden immer schwerer.

 

Plötzlich wurde ich hellwach, ich sah nach vorne in ein helles Licht, das die Bäume links und rechts der Strasse scharfe, tiefschwarze Schatten werfen liess. Ich war eingenickt und schon weit auf der Gegenfahrbahn. Beinahe hätte ich das Lenkrad verrissen und wäre ins Schleudern gekommen, so habe ich mich erschrocken. Trotzdem habe ich es irgendwie geschafft, auf der Strasse zu bleiben und meine Pumpe jagte immer noch das Blut durch die Adern, als er hupend an mir vorbeizog. So ungefähr müssen sich die Trompeten von Jericho angehört haben, mir klangen noch stundenlang die Ohren, als ich später endlich einen Parkplatz hatte. Es war unverkennbar der fliegende Brandenburger, groß, hell, gelb und die Hells-Truckers-Fahnen an den Sideflaps flatterten im Fahrtwind.“

 

Er zog noch einmal an seiner Pfeife und seufzte. „Ohne ihn wäre ich heute nicht hier. Er hat nicht nur Angst und Schrecken verbreitet, sondern war oft auch Helfer in der Not. Scheinbar an allen Orten zugleich, wo er gebraucht wurde, doch niemand hat ihn bisher zweimal gesehen oder konnte sagen, welche Richtung er eingeschlagen hat. Stets ist er in der Nacht verschwunden, bevor sich jemand bei ihm bedanken konnte.“

 

Er putzte erneut seine Brille und schob die Ärmel seines Strickpullis hoch, so dass das Hells-Truckers-Tattoo auf seinem Oberarm ein Stückchen zu sehen war. „Nun aber ab ins Bett, Kinners, die Nacht ist kurz und wir haben Morgen viel vor.“

Doppelter Einsatz

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Zwei Schichten an einem Tag, das erlebt man auch nicht so häufig.