Archiv der Kategorie 'Unterwegs in Absurdistan'

Übernahmeprobleme..

Ich bin seit ewigen Zeiten bei E-Plus und habe auch seit Ewigkeiten die gleiche Telefonnummer. Nun gehört E-Plus ja zu Telefonica und wird in die Marke O² übernommen. Den ersten Anruf vom Kundencenter habe ich erst einmal abgewimmelt, um mich im Internet zu informieren, weil man mir nichts an Unterlagen zuschicken könne und ich eigentlich am Telefon keine Verträge abschliesse.

Nach 14 Tagen erfolgte dann der nächste Anruf und nach einem längeren Gespräch habe ich mich auf einen Wechsel eingelassen. Ganze 40€ im Monat hätte ich damit eingespart. Hätte? Ja, genau. Heute habe ich den Vertrag widerrufen.

Angefangen hat es damit, dass das SEPA-Mandat ausgefüllt und unterschrieben per Fax oder Briefpost dahin zurück muss. Ich habe ein gutes Dutzend SEPA-Mandate ausgefüllt und jeder Vertragspartner hatte gar kein Problem damit, das als PDF an eine Email getackert anzunehmen. Auf Briefpost hab ich gar keinen Bock und Fax existiert hier seit 10 Jahren nicht mehr, wir leben im 21. Jahrhundert und über VoIP zu faxen ist nicht ganz so einfach, das geht halt nicht mehr mit dem Modem am Computer.

Also am anderen Rechner ausdrucken, ausfüllen, einscannen mit dem Handy, per Mail an den Laptop schicken, Email-to-Fax-Dienst finden, anmelden, PDF hochladen und dahin faxen. Vorher kann man die seit 1 Woche hier herumliegenden SIM-Karten nicht aktivieren. Nachher übrigens auch nicht. Und einloggen ins Kundencenter kann man sich auch nicht, wenn man die zu den Karten gehörigen Telefonnummern nicht kennt.

Gut, dass man mir den ersten Monat keine Kosten berechnet, schlecht, dass ich den ersten Monat in der Luft hänge, weil alles viel zuviel Zeit braucht und die Rufnummernübernahme erst mit Aktivierung der neuen Karten anläuft, E-Plus aber schon die Kündigung zum nächsten Monat bestätigt hat. Das funktioniert so nicht.

Das Widerrufsformular kann man dann übrigens per Email da hin schicken. Den Fehler findet Ihr selber, liebes O²-Team, oder?

Zumal Ihr alle Kundendaten und sogar ein SEPA-Mandat von mir bereits vorliegen habt. Mir ist dieser ganze Käse jetzt zuviel geworden, ich kündige halt meine Verträge bei E-Plus zum regulären Vertragsende und schau mich dann in aller Ruhe nach einem netten Angebot um.

Schicht im Schacht

Dem hier ist nichts hinzuzufügen. Genau aus den genannten Gründen habe ich meinen Führerschein nicht verlängert..

Gnarf!

Heute meinte ein VC-Fahrer im Bukai, mal mein Bett ausschütteln zu müssen. In der Fuhre stand ein defekter VC, so dass er rückwärts ankam, um meine Dose abzunehmen. Dummerweise schob er auch nach dem Aufsetzen des Spreaders noch zurück, so dass sich der Container vorne am Chassis verkantete und die gesamte Zugmaschine mit hochkam.

So sah das dann aus Sicht der Dashcam aus. Das hat mir den Staub aus wirklich jeder Ritze geklopft, sämtliche Schränke flogen auf, der Tisch machte sich selbständig und ich durfte erst einmal 30 Minuten aufräumen, bevor ich aus der Spur kam. Hätts meinetwegen nicht gebraucht..

Gottseidank ist wenigstens nichts kaputt gegangen..

Fahren wie vor 20 Jahren

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Nostalgie pur. 400 PS, 29t Containergewicht, Saurierchassis mit Blattfederung, Trommelbremse und ohne ABS/ESP. Anstrengend für Mensch und Maschine, Bremswege von der Länge ist man irgendwie nicht mehr gewohnt und Beschleunigung ist auch was anderes..

Schlechtes Karma…

… wird mir ja schon lange nachgesagt, aber diese Woche schlägt alles. Kann Karma eine „bad hair week“ haben?
Gestern der Dieselklau, heute schon auf der Fahrt nach Hamburg in Verzug geraten, weil die B73 aus Richtung Stade kommend seit gestern abend bis zum 22. in Neu Wulmsdorf voll gesperrt ist, so daß man schon um 5.00 im Chaos versinkt.
Jetzt hat man die Wahl, ob man über Elsdorf fährt und im Stau steht, sich in Finkenwerder bei Airbus hinten anstellt oder auf der A1 eckige Räder bekommt.
Zu allem Überfluss ist mir dann auch noch meine Truckerkarte im Bukai aus der Hand gefallen und wurde von einem Kollegen überrollt. Äusserlich ist sie unversehrt, aber der Chip ist tot, ich kann mich damit nicht mehr anmelden und auch die selbständig arbeitenden Anlagen nicht mehr bedienen. Ersatz kostet 45 Euronen *soifz*. Ich glaube, ich vergrabe mich am Wochenende im Bett, bevor ich versehentlich jemanden umbringe..

Ausgelutscht

Und das nicht nur wegen der Zeitumstellung. Gestern Abend bin ich an der B214 kurz vor Braunschweig in die Nachtruhe gegangen. Ein kleiner Parkplatz, es passten nur 3 Lkw da hin. Hinter mir parkte später noch ein Kühler im Dauerlauf, sowas stört mich nicht weiter, im Gegenteil, das gleichmäßige Brummen lässt mich gut schlafen. Ich habe gegessen, mit Zuhause telefoniert und bin dann auch bald ins Bett.
Heute morgen habe ich um 6.00 Kaffee angeworfen, meine Morgentoilette erledigt und bin dann mit dem ersten Kaffee ums Auto gelaufen, um meine Abfahrkontrolle zu machen.
Als ich mit der Taschenlampe zum Hebel der Sattelplatte leuchtete, fehlte mir der Tankdeckel am Haupttank an der Beifahrerseite. Ein Blick in den Tank zeigte jede Menge Luft. Der anschließende Blick auf die Tankanzeige bestätigte das. Etwa 650-700 l Diesel waren die Beute, ich hatte vor 2 Tagen getankt.
Ich habe rein gar nichts mitbekommen, weder Geräusche noch Bewegungen. Zum kotzen sowas.

Zum Zuschauen verdammt..

..war ich in einer ziemlich haarigen Situation auf der A27. Durch eine Tagesbaustelle direkt hinter einem Einfädelungsstreifen und dementsprechend kopflosem Einordnen der PKW-Fahrer, die in meinen Sicherheitsabstand eingeschert sind, war ich gezwungen, ziemlich heftig den Anker zu werfen. Die Vollbremsung lief und ich war dazu verdammt, zuzuschauen, wie das Stauende immer näher rückte und zu hoffen, dass es reicht. Wenn nicht, hätte ich dem PKW rechts von mir den Anhänger weggeschossen, das war die einzige Richtung, die ich nehmen konnte, ohne andere ins Unglück zu reissen.

Dieses Mal ist noch alles gut gegangen, an ein Technikversagen mag ich gar nicht denken, wobei man bei den uralten Chassis des Auftraggebers jederzeit damit rechnen muss.

Liebe PKW-Fahrer, ein LKW hält nicht umsonst soviel Abstand. Den braucht er, um seine Masse zum Stillstand bringen zu können, nicht, damit Ihr noch schnell vor ihm reinziehen könnt.

Merke: Wer in den Bremsweg zieht, ist der Bremsweg.

Ich bin wohl ein…

… schlechter Kraftfahrer, denn ich habe kein Wabcothyl dabei. Ein guter hat sowas immer mit, musste ich mir heute sagen lassen, als ich wegen eines eingefrorenen Ventils die Werkstatt anrief. Die Sache ist noch nicht abgeschlossen, denn ich stehe inzwischen wieder unter dem Chassis, die Bremsen lösen nicht und ich muss noch eine Runde nach Hamburg machen. Inzwischen ist ein Mechaniker mit Föhn, Brenner und Wabcothyl unterwegs zu mir, bin gespannt, ob der wenigstens aussieht wie Franz Meersdonk ;).

Doppelter Einsatz

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Zwei Schichten an einem Tag, das erlebt man auch nicht so häufig.

Reife Leistung

Ich kam heute von der A38 am Dreieck Drammetal auf die A7 Richtung Göttingen. Da ich recht schwer war, habe ich mich bemüht, nach der auf 60 km/h beschränkten Kurve ordentlich Schwung mitzunehmen, um mich gut in den fließenden Verkehr einfädeln zu können. Auf der Beschleunigungsspur fuhr ich dann parallel zu einer roten Daimler-Maschine der neuen Generation, die immer weiter zu mir rüber zog. Die Spur ist recht eng dort und ich kam der Leitplanke immer näher, ohne dass der Kollege aufgehört hätte. nach rechts zu ziehen. Also habe ich Anker geworfen, die Hupe gedrückt und es gerade noch geschafft, dass er mir nicht den linken Spiegel abfuhr. Fluchend bin ich dann hinter ihm reingezogen und bemerkte, dass die Mittelspur über Kilometer frei war, er hätte mich also bequem reinlassen können.

An der nächsten Steigung hatte ich genug Schwung, um zumindest bis zu seiner ersten Trailerachse an ihm vorbei zu ziehen, bevor er wieder Gas gab und ich meinen Überholvorgang abbrechen musste. Wenigstens hatte ich mir das polnische Kennzeichen notiert und als ich hinter ihm wieder einscherte, das vom norwegischen Auflieger auch noch.

Ich blieb dann hinter ihm und war ein wenig verwundert ob seiner „raumgreifenden“ Fahrweise. Er fuhr Schlangenlinien, immer halb auf den Pannenstreifen und halb auf die Mittelspur. Ein, zwei Mal scherten gerade noch eben PKW auf die linke Spur aus. Noch dazu konnte er sein Tempo nicht halten, er pendelte immer zwischen 78 und 85 km/h.

Auf Höhe Göttingen Nord rief ich dann die Polizei an, das war mehr als gefährlich, was der da ablieferte. Die Polizei rief mich dann mehrmals zurück, wo wir uns befinden und ob ich noch immer hinter ihm wäre. Etwa 25 km später haben sie mich dann überholt, sind vor ihm eingeschert und haben ihn auf den nächsten Parkplatz gezogen. Ich bin weitergefahren, weil der Parkplatz gesperrt und auf der Bremsspur nicht genügend Platz für 2 LKW und die Schergen war. Kurze Zeit später rief mich dann einer der Beamten wieder an und bedankte sich, der Kollege hatte beim Alkoholtest 2 Promille, das Fahrzeug wurde gegen Zahlung einer Sicherheitsleistung an die Kette gelegt und der Fahrer zur Blutprobe mitgenommen. Man bräuchte noch meine Aussage und ich sollte mich dann mit den Kollegen aus Hildesheim auf einem Rastplatz treffen, um diese zu machen, was ich auch gerne tat.

Mit 2 Promille kann ich nicht mehr laufen, von daher ist das wirklich eine reife Leistung, einen 40-Tonner damit mehr oder weniger auf der Strasse zu halten. Wenn man die Tagespresse auf Berufliches beobachtet, so wie ich und viele andere Fahrer es tun, dann stösst man gerade in der letzten Zeit vermehrt auf Meldungen, an denen alkoholisierte und häufig osteuropäische Fahrer beteiligt waren. Ich weiss nicht, ob es an der besseren Vernetzung heutzutage liegt, dass man es mehr wahrnimmt, oder ob da eine tatsächliche Zunahme vorliegt. Ich möchte es auch ungerne an den Osteuropäern festmachen, die tun auch nur ihren Job, fern der Heimat, teilweise über Wochen und verdammt niedrig entlohnt. Ich hab sogar noch Verständnis dafür, wenn da einer zur Flasche greift. Für Fahren unter Alkoholeinfluss habe ich allerdings überhaupt kein Verständnis.

Wir werden uns wohl an solche Dinge gewöhnen müssen, denn diese Jungs werden in Zukunft mehr und mehr unsere Dinge des täglichen Bedarfs auf deutschen Strassen bewegen. Die deutschen Fuhrbetriebe kämpfen schon seit Jahren ums Überleben, an den Löhnen kann man nicht mehr viel sparen und der Nachwuchs bleibt aus, denn die jungen Leute haben keine Lust, für den halben Stundenlohn eines polnischen Erdbeerpflückers 200 Stunden im Monat zu reissen und wochenlang von zuhause getrennt zu sein.

Quo vadis, deutsches Transportgewerbe?