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Hells Opa

Ich habe das Skript gerade nochmal überarbeitet und blogge das jetzt einfach mal so weg. Informationen zu den Hells Truckers gibt es übrigens unter diesem Link.

 

Es war kalt geworden in der Einöde, der Wind strich heulend um die Hausecken und liess die verwitterten Fensterläden klappern. Der Kamin knisterte wohlig und versuchte verzweifelt, die an den Fenstern blühenden Eisblumen zu verdrängen. Leise quietschten die alten Dielen unter dem Schaukelstuhl, als Opa sich seine Pfeife stopfte und genüsslich in Brand setzte. Der Geruch von Bratäpfeln und Vanilletabak hing schwer in der Luft, als Opa ein letztes Mal den Stopfer in die Pfeife stieß und sie mit einem langen Zug anschmauchte. Opa war mittelgroß und hager, er hatte einen kleinen Buckel vom Arbeiten und verhärmte Gesichtszüge ob der Entbehrungen der letzten Arbeitsjahre.

 

Nun saß er im Kreise seiner Enkel, die mit leuchtenden Augen zu ihm aufsahen und um eine Geschichte bettelten. Opa war viel in der Welt herumgekommen und konnte die besten Geschichten erzählen, sagten sie. Opa sah auf, das flackernde Feuer erhellte sein Gesicht, den vollen, grauen Bart, die eingefallenen Wangen. Seine Augen leuchteten ab und zu unter dem Schirm seiner schwarzen Mütze hervor und die Aufschrift „Hells Truckers“ flackerte im gleichen Takt, als trüge er ein Brandmal auf der Stirn.

 

„Damals“, fing er leise an zu erzählen, „Damals, als ich noch jung war. Es war eine Nacht wie diese, klirrend kalt und stürmisch. Der Schnee fiel so dicht, dass man die Hand vor Augen kaum sehen konnte, selbst wenn man sie wegnahm.“

 

Er hielt inne und nahm seine Brille ab, putzte sie bedächtig mit seinem Strickpulli und setzte sie nach einem prüfenden Blick in Richtung des Kaminfeuers wieder auf.

 

„Es war so kalt, dass man keine Jumbobrücken abstellen konnte, weil die oberschenkeldicken Eiszapfen daran länger waren, als die Beine. Wer unvorsichtigerweise ohne Sturmhaube beim Rangieren die Nase aus dem Fenster hielt, hatte sofort Erfrierungen und konnte die zugefrorenen Augen nicht mehr schliessen. Der Wind trieb den Schnee in Massen vor sich her und manch ein Fahrer ist von den Flocken im Scheinwerferlicht so hypnotisiert worden, dass er von der Fahrbahn abkam und im Strassengraben liegend elendig erfror, bevor Hilfe vor Ort war.

 

Diese Nacht war die Geburt einer Legende. Nur wenige, die ihn gesehen haben, können heute noch ihren Nachkommen davon erzählen. Er kündigte sich mit einer Lichtflut an, 6 Fernscheinwerfer mit je 100W erhellten die Nacht, wenn er kam. Ein gigantischer Bullfänger reflektierte das Licht, was der Schnee zurückwarf und mischte es mit dem Leuchten unzähliger gelber und roter Markierungsleuchten an den Seiten zu einem überirdischen Glühen zusammen. Ein gigantisches Sidepipe liess den 500PS-V8 röhren wie eine Urzeitbestie, wenn er an einem vorbeigeschossen kam. Der Fahrtwind, den er vor sich herschob, bildete eine eiskalte Druckwelle, die jeden in den Graben drückte, wenn er nicht aufpasste.

 

In dieser Nacht sah ich ihn zum ersten und einzigen Mal, den fliegenden Brandenburger in seinem gelben Scania.

 

Ich war seit Stunden unterwegs und hatte schon einige Male im Schneetreiben die Orientierung fast verloren. Die Strasse war mehr zu erahnen, ich konnte nur zwischen den Begrenzungspfählen und den Stangen für den Schneepflug navigieren, um nicht von der Fahrbahn abzukommen. Seit einer gefühlten Ewigkeit war ich auf der Suche nach einem etwas windgeschützten Parkplatz, um endlich in die Nachtruhe gehen zu können. Den Kampf mit dem Sekundenschlaf hatte ich ein parmal sehr knapp gewonnen und ich wusste, ich konnte nicht mehr lange so weiter machen.“

 

Er zog an seiner Pfeife, stopfte sie kurz nach und erhob sich aus dem knarrenden Schaukelstuhl, um ein Holzscheit in den Kamin zu werfen. Das Feuer flackerte kurz hoch und seine Augen glühten in der Dunkelheit des Zimmers auf. Der Schaukelstuhl knarzte erneut, als er sich seufzend wieder hinsetzte.

 

„Ich war viel zu lange unterwegs, aber aus Angst, meinen Job zu verlieren und meine Familie nicht mehr ernähren zu können, biss ich dennoch die Zähne zusammen und fuhr weiter. Mit starkem Kaffee hatte ich die Nacht überstanden, doch die Wirkung liess langsam nach und meine Augen wurden immer schwerer.

 

Plötzlich wurde ich hellwach, ich sah nach vorne in ein helles Licht, das die Bäume links und rechts der Strasse scharfe, tiefschwarze Schatten werfen liess. Ich war eingenickt und schon weit auf der Gegenfahrbahn. Beinahe hätte ich das Lenkrad verrissen und wäre ins Schleudern gekommen, so habe ich mich erschrocken. Trotzdem habe ich es irgendwie geschafft, auf der Strasse zu bleiben und meine Pumpe jagte immer noch das Blut durch die Adern, als er hupend an mir vorbeizog. So ungefähr müssen sich die Trompeten von Jericho angehört haben, mir klangen noch stundenlang die Ohren, als ich später endlich einen Parkplatz hatte. Es war unverkennbar der fliegende Brandenburger, groß, hell, gelb und die Hells-Truckers-Fahnen an den Sideflaps flatterten im Fahrtwind.“

 

Er zog noch einmal an seiner Pfeife und seufzte. „Ohne ihn wäre ich heute nicht hier. Er hat nicht nur Angst und Schrecken verbreitet, sondern war oft auch Helfer in der Not. Scheinbar an allen Orten zugleich, wo er gebraucht wurde, doch niemand hat ihn bisher zweimal gesehen oder konnte sagen, welche Richtung er eingeschlagen hat. Stets ist er in der Nacht verschwunden, bevor sich jemand bei ihm bedanken konnte.“

 

Er putzte erneut seine Brille und schob die Ärmel seines Strickpullis hoch, so dass das Hells-Truckers-Tattoo auf seinem Oberarm ein Stückchen zu sehen war. „Nun aber ab ins Bett, Kinners, die Nacht ist kurz und wir haben Morgen viel vor.“

Grmpf..

Ich benutze unterwegs ein Mobil-Netzteil für meinen Laptop, weil das sinnvoll ist und wesentlich effektiver, als aus 24V erstmal 230V zu machen, die dann über das Netzteil  wieder auf 19V heruntergeregelt werden. Dieses Mobilnetzteil hat einen universellen Stecker mit diversen Adaptern, die durch Umdrehen die Polarität wechseln können. Es ist im Laufe der Jahre natürlich etwas abgegrabbelt und sieht auch schon etwas arg schäbig aus, tat bis jetzt aber brav seinen Dienst. Dummerweise hatte sich der Adapter für meinen Laptop gelöst und ich Held hab es geschafft,  den falsch herum wieder einzustecken. Ergebnis: Sicherung kam, leider ein wenig zu spät, der Laptop wurde nicht mehr geladen, obwohl das Netzteil sauber Strom lieferte. Beim Einstecken in den Laptop kam die Sicherung wieder.

Ich hab also in mühevoller Kleinarbeit und mit bestimmt 1000 Flüchen zwischendurch meinen Laptop zerlegt, um an das Mainboard zu kommen. Die Jungs und Mädels in der Endmontage müssen echt mit Drahtseilnerven gesegnet sein.. Die Stromzufuhr ist durch eine Buchse am Kabelstrang auf das Board gestöpselt, was die Sache etwas einfacher machte. Mit dem Multimeter habe ich dann ein optisch schon etwas auffälliges Bauteil überprüft und fand die arme Verpolungsschutzdiode beidseitig durchlässig und niederohmig vor.

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Da ich nicht auf SMD-Lötarbeiten eingerichtet bin und mir auch entsprechende Ersatzteile fehlen, habe ich sie mit meinem feinsten Lötkolben erst einmal einseitig hochgenommen und isoliert. Ein Funktionstest am fliegend verdrahteten Laptop brachte ein einwandfreies Ergebnis und nach etwas über einer Stunde war er auch wieder ordnungsgemäß zusammengebaut. Jetzt wird ein ganz feiner Lötkolben und eine Ersatzdiode organisiert und das marode Ding gewechselt. Den Stecker am Universalanschluss habe ich vorsichtshalber mit einem tropfen Sekundenkleber fixiert, denn noch eine Verpolung wäre jetzt fatal.

Linktipp: Hamburger Fotoblog

Ich muss Euch einfach mal auf die neue Bilderserie „über Hamburg“ von Jörn Daberkow aufmerksam machen.

 

 

Aufmerksam geworden bin ich auf Jörn und seine Arbeiten über Google Plus. Seine Bilder sprachen mich unheimlich an, er hat den richtigen Blick für das Wesentliche, es ist nicht wirklich leicht zu beschreiben.

Seine Fotografien laden halt zum Betrachten ein und vermitteln ein ganz eigenes Bild von Hamburg. Mich als Nicht-Hamburger sprechen vor allem die Bilder mit den Hafenkränen an.

Ich weiss nicht, ob es daran liegt, dass ich überwiegend im Hafen bin, oder dass ich Hamburg automatisch mit Industrie, Containern und Kränen verbinde. Ein Hamburger wird sicherlich andere Gesichtspunkte haben.

Aber genug geschwafelt, lasst einfach seine Bilder auf Euch wirken und geniesst die schöne Aussicht über eine der schönsten Städte der Welt.

Zum Hamburger Fotoblog

 

 

Kommt mir irgendwie bekannt vor..

..diese Wetterlage.

aktuelle Wetterlage am 10.03.2013

Quelle: DWD

Zum Jahreswechsel 1978/79 bescherte das Wetter dem Norden Deutschlands einen Wintereinbruch, dessen Ausmaße zunächst nicht abzusehen waren. Während über Weihnachten in ganz Deutschland Tauwetter herrschte, das den Schnee schmelzen ließ, verschärften sich Ende Dezember 1978 die Wettergegensätze in Europa und zum Jahreswechsel braute sich aus Norden kommend ein massiver Kälteeinbruch zusammen. Ein stabiles Hochdruckgebiet über Skandinavien und ein Tiefdruckgebiet über dem Rheinland stießen über der Ostsee zusammen. Während vom Atlantik milde Luft nach Frankreich und Süddeutschland gelangte, bildete sich über Nordrussland und Nordskandinavien ein Kältepol mit Temperaturen von verbreitet unter –30 °C. Infolgedessen bildete sich über der südlichen Ostsee eine scharfe Luftmassengrenze aus. Während es am 28. Dezember 1978 auf der Insel Rügen stark zu schneien begann, wurden in Freiburg noch 15 °C plus gemessen. Innerhalb weniger Stunden fielen die Temperaturen um 20 °C. Der Temperaturunterschied am 28. Dezember war extrem: Minus 47 °C in der schwedischen Provinz Norrland begegneten der mitteleuropäischen Warmluft mit ihrer relativen Luftfeuchte von über 90 Prozent. Bedingt durch die starken Luftdruckgegensätze wehte der Nordostwind mit Sturmstärke.

Quelle: Wikipedia

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Es schneit und schneit hier ohne Pause. Dazu ein kräftiger Ostwind, der für Schneewehen sorgt. Hoffen wir mal, dass es da keine Wiederholung gibt..

Ich wünsche..

..allen meinen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Glück, Gesundheit, einen sicheren Arbeitsplatz und viel Zeit mit Euren Lieben soll Euch das neue Jahr bringen.

Die Rache für Faulheit

Da ich momentan krank bin, mein Rücken ist mal wieder eingerastet und ich nicht recht weiß, wie ich sitzen, liegen oder stehen soll, habe ich mir gedacht, ich könnte ja mal zwischendurch meinen Laptop auf den neuesten Stand bringen und Ubuntu aktualisieren. Aus reiner Faulheit habe ich das über Jahre nicht gemacht, ich sah auch keinen Grund, Canonical gefiel mir sowieso nicht, aber meine Distribution ist inzwischen EOL und der neue Kernel interessiert mich auch brennend.

Der Update-Manager zeigt mir kein Update an. Das machte mich etwas stutzig und ich begann, mich über Google schlau zu machen. Soviel Faulheit wird belohnt, ich muss tatsächlich erst einmal auf Natty updaten, bevor ich sauber auf die aktuelle LTS updaten kann. Wie gut, dass ich dafür Zeit habe.

Kleine Querelen wird es wohl trotzdem geben, aber von einem direkten Umstieg von 10.04 auf 12.04 wird an allen Ecken und Enden gewarnt, das wird somit auch sicher begründet sein.

Ich bin dann mal kurz weg..

Er ist da!

Der Shopblogger-Truck ist da!

Bei der Bestellung hatte ich Björn um eine Signierung gebeten und er hat mir glatt den Wunsch erfüllt. Der Truck bekommt jetzt einen Ehrenplatz in meiner Sammlung und eines Tages, wenn Björn reich und berühmt ist, versteigere ich den auf Ebay und lege mir einen Alterswohnsitz in der Karibik zu ;).

Nachschlag zum Upgrade auf Squeeze

Mailversand funktionierte nicht, im Log waren folgende Einträge zu finden:
14 h51273 saslauthd: DEBUG: auth_pam: pam_authenticate failed: Module is unknown
14 h51273 saslauthd: do_auth : auth failure: [user=web1p1] [service=smtp] [realm=h51273.serverkompetenz.net] [mech=pam] [reason=PAM auth error]
7 h51273 postfix/smtpd: warning: SASL authentication failure: Password verification failed
7 h51273 postfix/smtpd: warning: p548176F1.dip.t-dialin.net[84.129.118.241]: SASL PLAIN authentication failed: authentication failure
7 h51273 postfix/smtpd: warning: p548176F1.dip.t-dialin.net[84.129.118.241]: SASL LOGIN authentication failed: authentication failure
26 h51273 saslauthd: PAM unable to dlopen(/lib/security/pam_unix_auth.so): /lib/security/pam_unix_auth.so: cannot open shared object file: No such file or directory
26 h51273 saslauthd: PAM adding faulty module: /lib/security/pam_unix_auth.so
26 h51273 saslauthd: PAM unable to dlopen(/lib/security/pam_unix_acct.so): /lib/security/pam_unix_acct.so: cannot open shared object file: No such file or directory
26 h51273 saslauthd: PAM adding faulty module: /lib/security/pam_unix_acct.so
26 h51273 saslauthd: PAM unable to dlopen(/lib/security/pam_unix_passwd.so): /lib/security/pam_unix_passwd.so: cannot open shared object file: No such file or directory
26 h51273 saslauthd: PAM adding faulty module: /lib/security/pam_unix_passwd.so
26 h51273 saslauthd: PAM unable to dlopen(/lib/security/pam_unix_session.so): /lib/security/pam_unix_session.so: cannot open shared object file: No such file or directory


Praktischerweise wurden im saslauth diverse Module zu einem zusammengefasst, warum die Konfigurationsdatei nun nicht getauscht wurde, weiss der Henker. Das Problem lässt sich lösen, indem man die /etc/pam.d/smtp bearbeitet.

alt:

auth required /lib/security/pam_unix_auth.so
account required /lib/security/pam_unix_acct.so
password required /lib/security/pam_unix_passwd.so
session required /lib/security/pam_unix_session.so

 

neu:

auth required /lib/security/pam_unix.so
account required /lib/security/pam_unix.so
password required /lib/security/pam_unix.so
session required /lib/security/pam_unix.so

 

Danach saslauth und postfix einmal neu starten und alles läuft wieder einwandfrei.

Nicht vergessen! Morgen ist „Towel Day“.

Sogar ein Super-Towel Day, weil 25 + 5 + 12 = 42. Also: Handtuch nicht vergessen!

 

http://www.towel-day.com/de/

Die „nonfree“-Falle

Ich habe heute endlich die Zeit gefunden, das lange überfällige Upgrade von Lenny auf Squeeze zu fahren. Lief sauber durch und der Server kam auch ganz hervorragend wieder hoch. Dummerweise war er eine Insel und nur über die Rettungskonsole ansprechbar, eth0 lieferte einen Fehler und wollte nicht hochkommen, weil die Firmware nicht geladen werden konnte.

Spannenderweise hat Debian die Firmware ins „nonfree“ verschoben weil es mal wieder irgendein Problem in den Köpfen der Maintainer mit irgendwelchen Lizenzen gibt. Danke, genau so etwas macht ein System dann unheimlich benutzerfreundlich.

Ich habe also dann aus dem Rescue in ein chroot booten müssen, die Firmware aus dem nonfree-Repository ziehen, in das eigentliche System zurückbooten, Firmware installieren und dann mit eth0 kämpfen müssen. Was für ein Krampf!

Die Firmware liess sich aus dem Rescue nicht ordentlich installieren, da sysfs nicht korrekt eingehängt war, logisch, oder? Nach dem Reboot war eth0 dann da, aber nur ipv6, kein ipv4 und DHCP wollte nicht funktionieren.

Ein wenig googeln brachte dann folgende Lösung:

apt-get install isc-dhcp-client
apt-get autoremove dhcpcd

Schon klappts wieder mit dem DHCP. Proftp wollte natürlich auch nimmer, aber das lag an der ersetzten inetd-Konfiguration.

Erstaunlicherweise funktionierte das MySQL-Update ganz hervorragend, musste nur eine Zeile in der my.cnf ändern (skip-bdb ausklammern). Da hatte ich eigentlich die meisten Probleme erwartet.