Archiv von '2011'

Liebe Strassenmeisterei..

..im Landkreis ROW, es ist defintiv keine gute Idee an einem Ferienwochenende die B51 zu sanieren und fast auf ihrer kompletten Länge auf 30 km/h zu begrenzen, wenn der gesamte Ausweichverkehr diese Strecke benutzt, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Ich persönlich fühle mich von solchen Aktionen schikaniert und ich bin damit sicherlich nicht alleine, wenn ich so die schimpfenden Fahrer im Gegenverkehr Revue passieren lasse..
Das Jahr hat 52 Wochen, da wird es doch wohl gerade eben so möglich sein, einen anderen Zeitraum dafür zu wählen, oder?
Ansonsten will ich mich nicht beschweren, von Diepholz bis Lübeck in 3.30 h ist schon in Ordnung.. Jetzt noch eine 45er, dann gehts nach Hause..

Arghl..

Super. Da quält man sich um 5.00 h aus dem Bett und eiert die letzten paar Kilometer zur Ladestelle, nur um zu erfahren, dass
a) keine Papiere vorliegen.
b) Fremdspeditionen eh erst ab 10.00 h beladen werden.
Zumindest eingewogen hat mich der Wachmann denn aber schon. Nun stehe ich auf einem Dreckplatz gegenüber und warte. Normalerweise würde mich das ja gar nicht stören, aber meine Schicht läuft seit um 6.00 h und morgen ist ja wieder Ausweichstrecken angesagt..
Die Ferienreiseverordnung ist der allerletzte Dreck.. Ich habe bis jetzt jedenfalls nie das Gefühl gehabt, dass die irgendwem nützt, die Touristen verknoten sich doch so oder so..
Als ich noch mit Wochenendgenehmigung unterwegs war, bin ich oft am Sonntagmorgen gestartet und die Staus waren genauso da, eher noch schlimmer als unter der Woche, nur weniger LKW involviert..

Ganz schlecht geschlafen..

..habe ich letzte Nacht. Ich bin um 16.00 h in Oslo ausgelaufen mit der „Finn Arrow“, wie gewohnt Holzstuhlklasse. Die „Nils Dacke“ war ja immerhin schon Economy, ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Meine Kabine lag quasi direkt neben der Rezeption und dem Treppenhaus zum Restaurant, von 3 Gängen umgeben, die Badezimmertür habe ich dann irgendwann heute Nacht völlig entnervt offen stehen lassen, weil sie im Takt der Unwucht der Schraubenwelle klapperte und klöterte. Die ganze Nacht Stimmen, Schritte, Gebrüll der feiernden Holländer und der Mannschaft.
Von dieser Kabine habe ich keine Aufnahmen gemacht, aber von der auf der „Finntrader“ auf der Tour nach oben.


Wenn ich tagsüber fahre, bevorzuge ich Mittschiffskabinen, weil die Bulleyes der Außenkabinen mit hellen Vorhängen versehen sind und dementsprechend taghell. Zum Schlafen mag ich es eher dunkel haben ;).


Statt eines Fensters haben die Mittschiffskabinen meist einen grossen Spiegel hängen, das vergrößert die besseren Kleiderschränke zumindest auch optisch ein wenig.


Die Dusche ist klein, aber sauber und ich hab sie für mich alleine. Wenn nur nicht der blöde Duschvorhang abwechselnd an Bauch und Po kleben bleiben würde :mrgreen: .
Auch das Waschbecken ist ausreichend.


Nach der wohlverdienten Dusche geht es ins Bordrestaurant, essen und Kontakte pflegen. Meistens reisen die gleichen Leute mit, man kennt sich nach wenigen Tagen und es ist angenehm familiär. Essen gibt es vom Büffet, für Fahrer kostet das Mittagessen 6 Oironen und Frühstück 4 Oironen. Leider ist auch die Qualität dementsprechend.
Die Überfahrt dauert etwa 10 Stunden, je nach Wind und Wellengang. Geweckt wird 1 Stunde vor dem Einlaufen, das lässt Zeit genug, um zu frühstücken. Die Autodecks werden mit dem Anlegemanöver geöffnet, so kann man gegebenenfalls noch in aller Ruhe Luft pumpen.
Immer wieder ein faszinierender Augenblick, wenn man unter der großen Brücke durchfährt, die Dänemark und Schweden miteinander verbindet.





Ab und zu mal zeigen sie auf N24 die Dokumentation über den Bau, es lohnt sich, das einmal anzusehen.
Meine Tour führte mich nach Holland, wo ich heute Morgen 24t Holz abgeladen habe und natürlich nochmal Diesel gebunkert. Diesel liegt hier im Schnitt bei 1,399 Oironen, Super bei 1,719 Oironen.


Jetzt stehe ich im Raum Aachen und mache gleich meine Nachtruhe, morgen früh lade ich dann in Eschweiler Stahlrohre für Schweden und mache mich auf den Weg gen Norden.

Ohne Worte..

Ohrwurm

Hab ich im Sektor etliche Male gehört und gefällt mir ausnehmend gut. Ich denke mal, es lohnt sich, Auletta zu beobachten..

Gut geschafft


Bis nach Oyten habe ich es geschafft. Morgen früh um 6.00 h geht es weiter, 177 km wären es über die BAB, der Umweg hält sich also in Grenzen. Dann noch die 70 km von Lübeck nach Hause und endlich Wochenende.
Und nun haue ich mich in die Koje..Gute Nacht allerseits..

An sich..

..wollte ich schon beim 2. Kunden stehen. Meine Planung gestern sah das auch durchaus vor, nur sieht die Realität natürlich wie immer ganz anders aus.


Die fehlenden 40 Minuten habe ich an der ersten Ladestelle vergurkt. Rückwärts über den langen Spiegel um ein Gebäude herum in ein Hallentor und direkt in der dunklen Halle mit dem Auflieger nach links, bis ich quasi im rechten Winkel zum Tor gestanden habe. Die ganze Halle voll gusseiserner Formteile, stockduster und keiner hatte Zeit, mich einzuweisen, das dauert dann halt.
Dann Dach auf und eine Seite die Gardine öffnen, damit der gute Mann mit dem Kran mir meine Ladung reinlegen konnte.


2 Gussteile, jeweils 2,2t schwer und 4m lang. Unter den Teilen liegen Hölzer, rechteckig, nicht quadratisch, damit sie nicht rollen können, in Kombination mit Antirutschmatten, sogenannte Sandwiches. Niedergezurrt ist das Ganze mit 3 Gurten, bei dem Winkel mit etwa 5t Spannung und da es nicht an der Stirnwand anliegt, habe ich zusätzlich noch mit 2 Gurten kopfgelascht, um es am Rutschen zu hindern.


Die untergelegten Gummimatten dienen nicht als Antirutschmaterial, sondern sollen die Gurte vor dem Durchscheuern schützen. Die Gussteile sind zwar einwandfrei entgratet und abgerundet, aber man weiß ja nie.
Ich bin nach meiner Pause dann am südlichen Punkt meiner Route angelangt und hoffe, das Laden dauert da nicht allzu lange. Mein Tourenplan ist eh sehr gewagt für ein Wochenende mit Ferienbeginn in NRW und teilweise 20-25 km baustellenbedingten Stau in Hamburg allein durch den Berufsverkehr. Ich habe eine Ausweichstreckenkarte dabei und werde im Zweifelsfall morgen über Landstrassen den Rest der Strecke ziehen, denn ein 45 h-Wochenende in diesem Trecker erscheint mir wenig erquicklich 😉

Hier mal ein paar Eindrücke der letzten Schwedentour..



So sieht ein Parkplatz an der E22 aus, lädt nicht gerade auf eine ruhige Nacht ein, man fährt besser weiter bis zur nächsten Ortschaft, dort sind meistens groß angelegte Rastplätze an den Ausfahrten, weit weg vom Durchgangsverkehr und oft auch mit Gastronomie. Die Preise sind allerdings exorbitant für unsere Verhältnisse, der Schwede verdient gut das Doppelte und dementsprechend ist auch das Verhältnis angesiedelt.



In Schweden gilt überwiegend Tempo 110, am Rande von Ortschaften und an Einmündungen oder Kreuzungen wird auf 70 begrenzt. Auch in den Ortschaften läuft der Verkehr mit 70, nur an Fußgängerüberwegen und Schulen wird auf 50 gedrosselt. Selbstverständlich wird die Geschwindigkeit auch kontrolliert, freundlicherweise weist man aber mit Schildern darauf hin. Und so sieht dann die fest installierte Radaranlage aus:


Auf dieser Runde habe ich die Fähre in Malmö nicht mehr bekommen und musste über Trelleborg fahren. War nicht gerade unangenehm, die Schiffe der TT-Line sind Passagierdampfer und gegenüber den rostigen Eimern der Finnlines der pure Luxus. Ich hatte eine Aussenkabine für mich allein und sogar das Essen war relativ genießbar ;).


Die „Nils Dacke“ braucht für die Überfahrt nach Travemünde nur etwas über 8 h, mit der Finnlines sind es eben über 10 h. Da ich ja in Trelleborg von 10.30 h bis 16.30 h Standzeit hatte, passte das perfekt in die Tour.


Die „Peter Pan“ kam uns kurz nach dem Auslaufen entgegen. Ich finde es allgemein erstaunlich, was auf der Ostsee für ein Verkehr herrscht, der Horizont ist voller Schiffe.
Was immer noch nicht passt, ist die Disposition. Oft werde ich hängen gelassen und stehe zuviel Zeit in der Pampa ab, um wirklich effektiv zu fahren. Kurzes Beispiel:
Gestern habe ich um 8.00 h angerufen in Schweden, ich hatte noch 2 Paletten an Bord, von denen eine nach Ahlen ging und die andere in die Nähe von Regensburg. Da ich ja nicht mit dem 40-Tonner bis nach Regensburg runter fahre für 40 kg, wollte ich wissen, wo die runter gehen soll. Um kurz vor 10.00 h war ich in Ahlen fertig mit Abladen und um 12.30 h (!) bekam ich die Abladeadresse für die 40 kg in Kamen. Dort habe ich dann nach einigem Nachfragen zumindest die grobe Richtung bekommen für meine Ladung heute und bin bis zum Rasthof Lichtendorf gezogen. Von da aus habe ich noch einmal Meldung gemacht und es hieß, ich bekomme die Ladeadresse dann später per SMS, ich könne ruhig schlafen gehen. Meine Schicht war zu ende, ich bin ja um Mitternacht in Lübeck von der Fähre gerollt. Heute Morgen dann habe ich als erstes auf mein Handy gesehen und es war natürlich keine SMS da. Also wieder in die Koje, noch 2 Stunden schlafen und dann Kaffee aufsetzen und in Richtung Hennef gestartet. Nun stehe ich auf einem Rasthof kurz vor Hennef und warte auf die Adresse. Vor 8.00 h ist das Büro in Schweden nicht besetzt, mein deutscher Disponent versucht gerade, die kompletten Ladeadressen für die Tour zu bekommen.
So geht viel Zeit ins Land, die ich irgendwo unnütz herumstehe, das ist bei dem Kilometerpreis eigentlich überhaupt nicht drin und schon gar nicht mit dem ollen Leihtrecker. Von daher betrachte ich die Sache momentan mit gemischten Gefühlen, wirtschaftlich ist eindeutig etwas anderes..

Coils

Gestern habe ich um 20.00 h abgebrochen, da meine Schichtzeit trotz Verlängerung auf 15 h um war und der Kran in der Verladung andauernd ausfiel. Ich habe 9 h Ruhezeit im Werk eingelegt und heute Morgen um 5.00 h dann weiter gemacht. War viel angenehmer, da ich der erste war 😉 .






In einer riesigen Halle bei Thyssen-Krupp lagern Coils, bis zu 26t Gewicht bringt so ein Röllchen Stahl auf die Waage. Geladen wird von Oben mit Portalkränen, die einen Greifer haben, der in das Mittelloch der Coils greift. Entweder werden die Rollen auf Holzböcke oder in Auflieger mit speziellen Coilmulden gestellt, so wie ich einen hinter habe.


So sieht das Ganze dann auf dem Trailer aus. Hier liegen 2 Coils à 11t in der Mulde, getrennt durch eine Abdeckung auf 40cm, damit später der Greifer bei Volvo in Olofström die Rollen einzeln nehmen kann. Gesichert ist mit 2 12t-Ketten durch die Mittellöcher nach unten gezurrt und jeweils ein 5t-Gurt mit Langhebelratsche über ein Coil. Zusätzlich sind 2 Steckrungen vor den beiden eingesteckt und sie liegen auf Antirutschmatten.
In diesem Fall habe ich sie ein wenig weiter nach vorne nehmen müssen, da ich gleich noch 14 Paletten für Boras dazu laden muss.

Schweden..

..hat sich nicht großartig verändert. Immer noch ein sehr ruhiges, angenehmes Fahren dort. um 23.45 h kam ich mit der Fähre in Malmö an und 15 Minuten später konnte ich mich wieder hinlegen, da Mertz erst um 7.00 h das Lager öffnet.



Von Malmö ging es zu Volvo nach Olofström, wo ich dann das Coil abgeladen habe. Rückladung habe ich in Kallinge bei Cascades aufgenommen. Die 23,6t Papier lade ich gleich in Oeringhausen ab.
In Deutschland läuft eine neue Plakataktion an den Autobahnen:


Die Macher der Plakate sollten diese Aktion eventuell noch einmal überdenken, für mich stellt sich das so dar, dass man seine Kinder rauswerfen soll, damit nichts passiert :mrgreen: .
Der Trecker und ich sind immer noch keine Freunde geworden, ich fühle mich eingeengt und durchgeschüttelt und habe langsam Angst vor einem Haltungsschaden. Davon mal abgesehen kommt man mit der Möhre keinen Berg hoch, außer Strudel im Tank ist nichts dahinter. Sterne gehören eben doch an den Himmel, nicht auf die Strasse..