Archiv der Kategorie 'Antispam Pressemitteilung'

Unseriöser „Finanzdienstleister“ muss Kaffeefahrt abblasen

Es gibt rund um Cloppenburg viele nette Firmen, die vorwiegend Senioren zu schönen Fahrten ins Grüne einladen, bei denen man sogar die Nachbarn und Freunde mitbringen darf, um mit diesen einen schönen Tag in Gesellschaft zu verbringen. Obendrein gibt es noch "garantierte Nominierungen" auf Geld- und Sachgewinne und einen riesigen Fresskorb – und das völlig gratis.
So wird es zumindest in den blumigen Prospekten der Veranstalter behauptet.

Und dann gibt es da doch gewisse Gruppierungen und Webseiten, die sich unter dem Deckmantel des "Verbraucherschutzes" zusammengetan haben, um diesen ach so wohlmeinenden Firmen, die doch nur das beste für Senioren möchten, das Leben schwer zu machen.

Gewinnbriefe.de, das Forum von Antispam.de, der Lahn-Dill-Kreis und die Verbraucherzentrale Hamburg, sie alle haben etwas gegen die Geldverschenker aus dem Oldenburger Münsterland.

Am 27.07.09 erwischte es den ehrenwerten Finanzdienstleister Dr. Brinkmann & Partner, der in Leverkusen eine Busladung voll mit "Geschädigten des Phillips Lotto Service" abholte, um diesen angeblich einen irgendwann versprochenen Gewinn auszuzahlen. Inzwischen ist dieses Unternehmen offenbar auch unter weiteren Namen aktiv: "Dr. Müller & Partner" sowie "Dr. Schneider & König Finanzdienstleistung". Aber es ist zweitrangig, wie man nun auch immer heißt – wo man doch nur den Menschen gutes tun will. Nachdem jedoch Ausdrucke der Antispam-Warnseite an einer Haltestelle verteilt wurden und der Busfahrer dies sah, sagte dieser, er dürfe davon nichts wissen, das könne ihn seinen Job kosten. Er habe nur den Auftrag, die Reisenden nach  Walberberg zu bringen. Kurz danach bekam er einen Telefonanruf, fuhr auf einen Parkplatz, telefonierte endlos, und sagte dann den potentiellen Gewinnern, er müsse sie nun allesamt unverrichteter Dinge wieder heim fahren.
Unklar ist allerdings, ob alle Senioren wirklich bemerkt haben, was sie da verpasst haben.

Unglaublich, was solch simple Ausdrucke aus einem Verbraucherschutzforum so zu leisten vermögen:

  • Sie sparen Diesel für das Busunternehmen.
  • Sie ermöglichen dem Busfahrer einen unverhofften freien Nachmittag.
  • Sie sparen den Senioren Zeit und jede Menge Geld und Nerven.
  • Sie sorgen für einen totalen Gewinnausfall der Kaffeefahrtenmafia an diesem Tag.
  • Sie verhindern eine Abzockveranstaltung, auf denen Ramsch zu Wucherpreisen verkauft wird.

Antispam.de – wir leuchten mit Taschenlampen in die Rattenlöcher. Informieren sie sich! Warnen Sie andere!

Zur Antispam-Infoseite über Kaffeefahrten: http://www.antispam.de/wiki/Kaffeefahrt
Informations-Flyer zum Ausdrucken: http://www.antispam.de/wiki/Bild:Flyer_kaffeefahrten.jpg

Maßnahmen gegen unlautere Telefonwerbung und illegalen Datenhandel

Am 28. Januar 2009 findet im Bundestag
eine Anhörung zum Thema "Unerlaubte Telefonwerbung"
statt.
Der Bereich der unlauteren Werbung über Telefon verzeichnet in den
letzten Jahren einen kontinuierlichen Anstieg.
Dies
kommt nicht von ungefähr. Die Möglichkeiten des Verbrauchers, sich
gegen unlautere Telefonwerbung zu wehren, sind vor allem durch die
Tatsache begrenzt, dass die betreffenden Unternehmen in aller Regel
mit Rufnummernunterdrückung anrufen, und schon deshalb
wettbewerbsrechtliche Sanktionen kaum durchsetzbar sind.
Eng
einhergehend mit den Auswüchsen unlauterer Telefonwerbung ist jedoch
auch der illegale Datenhandel. Beide Probleme sind eng miteinander
verzahnt und sollten daher gleichzeitig angegangen werden.

Der
Antispam e.V. hat dem Rechtsausschuß des Bundestages dazu die
nachstehend aufgeführten Vorschläge unterbreitet:

Eine Erlaubnis zur Weitergabe
persönlicher Daten von Privatverbrauchern sollte nur noch in Form
einer einheitlich standardisierten Datenschutzbelehrung gültig
sein


Es sollte ein vollständiges Verbot der Kopplung der
Einwilligung zum Datenhandel mit einer bezogenen Leistung
gelten.

Den Meldebehörden sollte die Weitergabe persönlicher
Daten zu Marketingzwecken untersagt werden.

Für alle
telefonisch geschlossenen Verträge, aus denen eine langfristige
Bindung resultiert, insbesondere für:

*
Zeitschriften-Abonnements

* Lotterie-/Gewinnspiel-Vermittlungen
*
Versicherungen

* Stromverträge
*
Telekommunikationsverträge

sollte eine Vertragsbestätigung in
Schriftform vorgeschrieben werden.

Ein zweiwöchiges
Widerrufsrecht sollte auch für Zeitschriften-Abonnements
gelten.

Man beobachtet bei unlauter arbeitenden Unternehmen
sehr häufig die Praxis, dass dem Verbraucher niemals eine
ladungsfähige Anschrift des Firmensitzes mitgeteilt wird. Dies gilt
insbesondere bei Verkäufen auf sogenannten „Kaffeefahrten“, aber
auch bei unseriösen Abzock-Modellen im Internet. Auf diese Weise
wird leider oft erfolgreich das Widerrufsrecht sabotiert bzw.
Regressforderungen verhindert.
Es widerspricht schon dem Geist des
bürgerlichen Rechts, dass ein Vertrag mit einem Geschäftspartner
gültig sein soll, der seine ladungsfähige Anschrift nicht
offenbaren mag.

Daher sollte gelten:
Wird einem Verbraucher
bei einem Fernabsatzgeschäft die ladungsfähige Anschrift seines
Vertragspartners weder in einer schriftlichen Widerrufsbelehrung noch
in einer Vertragsausfertigung bekanntgegeben, so ist der Vertrag als
nichtig zu betrachten, und es besteht keine Zahlungspflicht.

Eine
Einladung zu Verkaufsfahrten bzw. Wanderlagern ohne Bekanntgabe der
ladungsfähigen Anschrift des Veranstalters sollte als unlauterer
Wettbewerb gelten.

Werbeanrufe mit unterdrückter Rufnummer
bzw. mit gefälschter VOIP-Kennung sollten im UWG explizit als
unlauter eingestuft werden.

Die Strafen bei Zuwiderhandlung
gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen sollten drastisch

verschärft
werden.