Grmpf..

Ich benutze unterwegs ein Mobil-Netzteil für meinen Laptop, weil das sinnvoll ist und wesentlich effektiver, als aus 24V erstmal 230V zu machen, die dann über das Netzteil  wieder auf 19V heruntergeregelt werden. Dieses Mobilnetzteil hat einen universellen Stecker mit diversen Adaptern, die durch Umdrehen die Polarität wechseln können. Es ist im Laufe der Jahre natürlich etwas abgegrabbelt und sieht auch schon etwas arg schäbig aus, tat bis jetzt aber brav seinen Dienst. Dummerweise hatte sich der Adapter für meinen Laptop gelöst und ich Held hab es geschafft,  den falsch herum wieder einzustecken. Ergebnis: Sicherung kam, leider ein wenig zu spät, der Laptop wurde nicht mehr geladen, obwohl das Netzteil sauber Strom lieferte. Beim Einstecken in den Laptop kam die Sicherung wieder.

Ich hab also in mühevoller Kleinarbeit und mit bestimmt 1000 Flüchen zwischendurch meinen Laptop zerlegt, um an das Mainboard zu kommen. Die Jungs und Mädels in der Endmontage müssen echt mit Drahtseilnerven gesegnet sein.. Die Stromzufuhr ist durch eine Buchse am Kabelstrang auf das Board gestöpselt, was die Sache etwas einfacher machte. Mit dem Multimeter habe ich dann ein optisch schon etwas auffälliges Bauteil überprüft und fand die arme Verpolungsschutzdiode beidseitig durchlässig und niederohmig vor.

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Da ich nicht auf SMD-Lötarbeiten eingerichtet bin und mir auch entsprechende Ersatzteile fehlen, habe ich sie mit meinem feinsten Lötkolben erst einmal einseitig hochgenommen und isoliert. Ein Funktionstest am fliegend verdrahteten Laptop brachte ein einwandfreies Ergebnis und nach etwas über einer Stunde war er auch wieder ordnungsgemäß zusammengebaut. Jetzt wird ein ganz feiner Lötkolben und eine Ersatzdiode organisiert und das marode Ding gewechselt. Den Stecker am Universalanschluss habe ich vorsichtshalber mit einem tropfen Sekundenkleber fixiert, denn noch eine Verpolung wäre jetzt fatal.


2 Kommentare

  1. Stefan sagt am 20. 07. 2013 um 19:58

    Ja, der Artikel ist schon eine Woche alt, aber ich möchte dennoch gerne ein paar Sachen dazu schreiben. Hoffentlich wirke ich nicht zu sehr als Klugscheißer, aber ich bin kompetent. 🙂

    Also:
    1. Das ist keine Verpolungsschutzdiode, sondern eine Diode, um (transiente) Überspannungen abzuleiten. Der Verpolschutz ist ein, evtl. gewollter, Nebeneffekt.
    2. Kleine Lötspitzen taugen nix für so große Bauteile. Ein Keil von 3mm x 1.2mm oder eine Spitze mit 2mm Durchmesser ist völlig ausreichend.
    3. Lötzinn mit Blei verwenden, z.B. Sn60Pb40.
    4. Ich helfe gerne beim Aussuchen & Beschaffen einer passenden Ersatz-Diode.
    5. Einbauen tue ich die Diode auch gerne, falls Du in nächster Zeit zwischen Bremen und Hannover unterwegs sein solltest, und Zeit für eine kurze Pause hast.

    actro Antwort vom Juli 21st, 2013 11:16:

    Danke, für Deinen Kommentar, Stefan. Ich betrachte das auch nicht als Klugscheißen, wenn jemand mehr Wissen besitzt als ich.
    Ich bin kein Elektroniker, nur ein in die Jahre gekommener Funkamateur, der keine Hemmungen hat, auch Jubelelektronik auseinander zu bauen. Die Diode ist inzwischen getauscht, allerdings nicht gegen eine SMD, sondern es fand eine konventionelle genug Platz dort.
    Dein Angebot hätte ich ansonsten gerne angenommen, allerdings ist das Zerlegen und Zusammenbauen ziemlich zeitaufwändig und soviel Aufenthalt ist bei mir nur während einer Nachtruhe möglich, die ich dann zum Schlafen gebraucht hätte. Ging übrigens prima mit dem 3-Wätter von Elsa und kleiner Spitze..

    Ich bin unterwegs auf den Laptop angewiesen, bekomme meine Aufträge per Mail und halte auch Kontakt zu meinem sozialen Umfeld darüber, von daher musste das etwas fix gehen..

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