Die nächste Krise kommt

Ich bin momentan im Stuttgarter Raum und fahre nach dem Laden über Land zurück, denn ich habe jede Menge Zeit,  ich habe keine Folgetour mehr diese Woche. Außerdem treten am Freitag 3000 Hafenarbeiter in Hamburg in den Streik.

Im Containertransport merkt man die Schwankungen der  Wirtschaftslage zuerst, denn viele Rohstoffe und Endprodukte werden in Seecontainern verschifft. Der Hamburger Hafen ist quasi leer, Bremerhaven sieht nicht besser aus und Wilhelmshaven wird bis jetzt nur von Mærsk angelaufen, aber auch dort ist Flaute. In den Inlandsterminals zeigt sich das gleiche Bild, da die Container per Binnenschiff oder Bahn aus den großen Seehäfen geholt werden.

Zur Zeit ist weder im Import, noch im Export ein signifikantes Containeraufkommen zu verzeichnen, das ist nicht gut. Wir haben Vorweihnachtszeit, normalerweise sollten wir in Aufträgen ersticken. Stattdessen ist ab Mittwoch/Donnerstag nichts mehr zu fahren und wir reißen nur mühsam Ladung auf.

Nicht einmal im Papier- und Lebensmittelbereich ist viel zu tun, dabei gelten diese beiden als relativ krisensicher. Wie ein Kollege sagt: „Gegessen und geschissen wird immer.“

Gespräche mit Kollegen aus anderen Transportsektoren machen auch nicht viel Hoffnung, es ist überall recht ruhig geworden und keiner weiß genau, warum.

Aus den vergangenen Krisenjahren ist mir das wohlbekannt, ich rechne mit einer Verschärfung der Lage zum Jahreswechsel. Zieht Euch warm an und stockt Eure Vorräte auf, Leute.


3 Kommentare

  1. SpaceFalcon sagt am 08. 11. 2012 um 10:08

    Meine Vermutung ist recht banal: Nächstes Jahr ist Bundestagswahl…

    Und die Wirtschaft nimmt wie immer auf die eine oder andere Art und Weise überhaupt keinen direkten oder indirekten Einfluß auf dieses Geschachere.

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  2. _Nachtflug_ sagt am 27. 11. 2012 um 09:12

    *Lichthup*

    Ich bin in der Richtung auch nicht allwissend, aber hab da so meine Ahnung; Die Bundestagswahl im nächsten Jahr halte ich für relativ unwahrscheinlich – warum auch sollte eine Wahl, deren Ergebnis zu einer hohen Wahrscheinlichkeit feststeht, Einfluss auf das momentane (!) Aufkommen im Transportgewerbe haben?

    Meine These ist dahingehend, das wir schon recht weit fortgeschritten sind, an unserem eigenen Ast zu sägen (beschränkt sich ausschliesslich auf den Binneneuropäischen Markt):

    Unsere Binnennachfrage in D ist aufgrund stagnierender bzw. sogar real sinkender Löhne am Boden. Bisher waren wir Export(vize)meister. zu 80% in andere europ. Länder. Dieser Grundlage haben die letzten Regierungen, insbesondere S/G grandios das Wasser abgegraben, indem sie den gesamten Südeuropäischen Ländern ein „Spardiktat“ (besser: Austeritätspolitik) aufgezwungen haben. Diese haben jetzt kein Geld mehr um von uns Waren zu kaufen, was sich massiv auf unseren Export auswirkt. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns droht, wenn wir auf die hören, die gerne ihre „gute alte D-Mark“ wieder haben wollen würden… Herzlichen Glückwunsch, neoliberales Gedankengut funktioniert eben nicht!!!

    Dennoch allseits gute Fahrt 🙂

    actro Antwort vom November 27th, 2012 12:25:

    Konnte ja auch keiner vorher ahnen, dass es kein ewiges Wachstum gibt ;). Ich lasse mich mal überraschen, glaube aber nicht an eine grundlegende Änderung des Systems.

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