Archiv von 'Januar, 2012'

Ich muss ja zugeben..

..so wirklich wohl gefühlt habe ich mich auf den letzten Kilometern nicht mehr.

Der kleine Tank rechts war furztrocken und der große Tank links auch fast, ich hab 750l hinein bekommen und noch Luft nach oben gehabt. Das war diesmal allerdings kein Reichweitentest, ich bin einfach nur den ganzen Tag nicht an einer Tankpool24-Säule vorbeigekommen und musste bis Lünen durchziehen..*schweissabwisch*..

4285 km ist allerdings auch schon eine echte Leistung, vor allem, wo ich die letzten beiden Wochen eigentlich fast nur Vollgas anliegen hatte und recht oft ausgeladen war..

Zu gute Sicht?

Das lässt sich leicht ändern..einfach bei so einem Schmuddelwetter wie heute Nacht über die A45 fahren, Streusalz und die Taumittelsprühanlagen beseitigen den Durchblick im nu..

Am Mittwoch

dem 18.1. 2012 wird diese Webseite nicht erreichbar sein.

Dies geschieht aus Protest gegen die zunehmende Zensur des Internets durch Handelsabkommen oder Gesetze, die aufgrund massiver Lobbyarbeit der Industrie beschlossen werden.

Sollte dieser Trend anhalten, wird das dramatische Auswirkungen auf das Internet haben.

Webseiten wie diese hier vom Netz zu nehmen, gewährt einen Blick darauf, wie die Zukunft aussehen könnte, wenn diese “Handelsabkommen” und Gesetze in Kraft treten.

Die so erschaffene Infrastruktur wird über kurz oder lang zur Unterdrückung politischer Meinungen verwendet und das Internet, wie wir es kennen, wird aufhören zu existieren.

 

Weiterführende Links:

Opalkatze: Prof. Hören über SOPA

Damax: 18. Januar

Wikipedia: SOPA

Wikipedia: ACTA

Nachtblues

Es ist kurz vor 20.00 h, Du machst Dich auf, Deinen Auflieger am IKEA-Zentrallager Dortmund abzuholen. Der Trailer ist schnell gefunden und aufgesattelt, noch die Papiere holen, dem Wachpersonal ein schönes Wochenende wünschen und ein paar Minuten später befindest Du Dich auch schon auf der Autobahn. Aus dem Radio dudelt leise Musik, Du hast 1Live angemacht, die Scheinwerfer reißen ein Loch in die Dich umgebende Dunkelheit. Unter Dir brummeln die Pferdchen beruhigend, der Wind rauscht um das Fahrerhaus, Du legst den Tempomat auf 87 km/h ein und stellst den Retarder auf 90 km/h und lässt DAFne einfach laufen.

Das Funkgerät schweigt, außer einem leisen Rauschen ist nichts zu hören. Du kontrollierst noch einmal das Navi, ob irgendwelche TMC-Meldungen für Deine Route vorliegen, aber auch da ist Ruhe. Ein Griff zur Thermoskanne, der Kaffee plätschert leise in Deinen Becher, dann lehnst Du Dich entspannt zurück und hörst Nachrichten im Radio.

Kilometer für Kilometer frisst DAFne in sich rein, das schwarze Band der Autobahn huscht in der Dunkelheit an Dir vorbei. Du legst eine CD ein, die Musik auf 1Live wird Dir zu ruhig für die Nacht. Höhe Lotte/Osnabrück stoßen die dänischen Blumenkutscher auf ihrem Weg von Holland nach Dänemark zu Dir und ziehen dann auf den nächsten Kilometern an Dir vorbei, um in der Nacht zu verschwinden. Du schenkst Dir noch einen Kaffee nach und beißt in das Brot, was Du Dir vor der Fahrt noch gemacht hast. Ab und zu kommt ein Regenschauer und Du stellst den Scheibenwischer an. Du hast Dich hinter einen Brückenkutscher gesetzt und fährst ihm mit etwa 200m Abstand hinterher.

Bremen, Halbzeit sozusagen, der Verkehr wird kurzzeitig ein wenig dichter, Du blickst auf die Uhr, es geht auf 23.00 h zu. Ohne zu bremsen fährst Du in die Baustelle auf der A1 ein, nimmst sie mittig, denn der Wind kommt jetzt etwas kräftiger von der Seite. Die Plane bauscht sich an der Leeseite ein wenig aus und Du musst einige Böen korrigieren, die Dich aus der Spur zwingen, da musst Du nicht auch noch einen PKW neben Dir haben. Dir kommen eine Menge bunte Lichter entgegen, die Kollegen kommen von der Fähre und sind unterwegs nach Hause. Du machst das Radio leiser und das Funkgerät etwas lauter.

Ein kurzer Gruß, ein paar Bemerkungen über das schlechte Essen an Bord und die unruhige Überfahrt, noch ein kurzer Streckenbericht und die Verbindung reißt schon wieder ab. Deine Strecke ist frei bis zum Buchholzer Dreieck und während die Rücklichter der Kollegen im Spiegel immer kleiner werden, denkst Du kurz wehmütig an die Zeit in Schweden, dann hat Dich die Nacht wieder.

Du machst das Radio wieder lauter, schenkst Dir einen Kaffee ein und nimmst das letzte Stück nach Hamburg in Angriff. Hinter dem Buchholzer Dreieck fährst Du auf den Parkplatz Rosengarten ab, 4.05 h nach Deinem Start in Dortmund. Dort musst Du eine 45er machen, bis zum ersten Parkplatz hinter dem Elbtunnel schaffst Du es nicht. Eigentlich magst Du keine Pause machen, Du bist fit und weißt genau, nach dieser Pause wirst Du müde sein, aber der Gesetzgeber schreibt es nun einmal so vor..

Du setzt Dir noch eine Kanne Kaffee auf und schaust andauernd auf die Uhr, ob Du schon weiter darfst. Nach 45 Minuten startest Du erleichtert den Motor, legst den Gang ein und machst Dich auf die letzte Etappe nach Kiel..

Der Tag fing an,

wie er gestern aufhörte. Das erste Mal geweckt wurde ich kurz nach 2.00 durch Blitz und Donner, das 2. mal dann 10 Minuten vorm Weckerklingeln aus dem gleichen Grund. Ich hab dann Kaffee gekocht, Katzenwäsche gemacht weil es so dermaßen ungemütlich draußen war und bin ab zum Kunden. Dort mit den Papieren durch den strömenden Regen zum Pförtner getapert und zu hören bekommen, dass ich nicht avisiert bin. Gottseidank hat der Pförtner diesmal die Sache in die Hand genommen und mir dann schon nach dem 2. Kaffee und Seite öffnen die Entladepapiere gebracht. Bis ich dann in die Entladung fahren konnte, hate ich sogar schon fast alle Gurte gelöst.

In der Entladung dann schnell die Dinger aufgerollt und Ratschen und Gurte im Schapp verstaut. Als ich gerade auf der Beifahrerseite stand, den Arm voll Ratschen, hörte ich meine Fahrertür zuschlagen. Ich also schnell alles reingestopft und um die Ecke gezischt. Keiner zu sehen. Also Tür abgeschlossen, was ich eigentlich nicht für nötig erachtet hatte, der Hof war leer und hell erleuchtet und ich ja immer in Sichtweite und Hörweite des Fahrerhauses.

Als der Staplerfahrer dann kam, war ich fertig mit Abrüsten und schloss die Tür wieder auf, um ihm meine Papiere zu geben. Die waren nur leider nicht mehr da, wo ich sie abgelegt hatte. Ich hab den Staplerfahrer dann gefragt, ob er sich die eventuell schon genommen hat, er verneinte und sagte, das wäre der Kollege gewesen, der die Paletten in der Halle bekleben müsse. Nach einer kurzen Diskussion über Benimm und unbefugtes Eindringen, wo wir beide sehr konform gingen, haben wir dann abgeladen, ich habe den Trailer geschlossen und bin zur Pforte zurück.

Vom Pförtner habe ich mich dann mit dem Sicherheitsdienst der Firma verbinden lassen und mich telefonisch beschwert, worauf der Mann am anderen Ende mir zusagte, sich um meine Beschwerde zu kümmern. So etwas geht gar nicht! Ich stehe ja auch nicht ohne zu klingeln bei irgendwem plötzlich im Wohnzimmer.

Inzwischen bin ich wieder in Dortmund und kümmere mich vor meiner Nachtruhe noch eben um das Personalausweiskopie-Problem von gestern.  Da ich nicht vorhabe, noch einmal bei Aurubis zu laden, werde ich auch dementsprechend Druck auf die Sache machen und gleich den Hamburger Datenschutzbeauftragten einschalten..

So ein richtiger Griff ins Klo..

..war der heutige Tag. Mit dem Abladen war noch alles in Ordnung, danach stand ich bis Mittag in Hamburg herum und wartete auf Rückladung. Als die dann per SMS kam, schwante mir schon Fürchterliches: Ich sollte bei Aurubis Kupfer laden. Die SMS enthielt eine Referenznummer und die Angabe „Kupfer“. Nunja, ich bin ja Kummer noch ganz gut von den Schweden gewohnt und bin erstmal zu Aurubis gefahren. Dort eingeparkt, schweren Regenguss abgewartet und rein in die Spedition zum Anmelden.

„Moin, ich soll bei Euch laden..“ Nix tut sich, ich werde erst einmal geflissentlich ignoriert. Nach 5 Minuten erbarmt sich dann jemand und kommt zum Tresen. „Wohin und was?“ – „Kupfer, wohin weiss ich nicht, aber ich habe eine Referenznummer..“ – „Dann ruf mal bei Dir in der Firma an und finde das heraus, nur mit der Nummer geht das nicht..“

Okay, ich dackele also durch den nächsten schweren Guss zu DAFne zurück und hänge mich ans Telefon. Danach packe ich mein Buch aus und lese 2 Kapitel, während ich auf Rückruf warte. Ich bekomme schliesslich einen Ort und den Namen des Kunden und wate im nächsten Regenschauer wieder zur Anmeldung rüber.

„Für $Firma in $Ort soll ich laden..“ – „Wie ist denn Dein Kennzeichen?“ – „$Kennzeichen“..
Er durchwühlt einen Stoss Faxe und schüttelt schliesslich den Kopf: „Du bist hier nicht avisiert..“

Also nochmal durch den Regen zum LKW zurück, wieder anrufen, erfahren, dass Hermes 2 andere LKW gemeldet hat und man sich sofort darum kümmern wird, das richtige Kennzeichen zu melden.

Erwähnte ich schon, das es aus Eimern kübelte? Ich bin jedenfalls wieder durch den Regen zur Anmeldung gestapft und siehe da, meine Avisierung war sogar schon aus dem Fax gepurzelt. Die Ladung hat er auch ganz schnell gefunden, dann kam jedoch das nächste Problem.

„Ich brauche den Fahrzeugschein der Maschine, vom Auflieger und Deinen Personalausweis..“ – „Ich telefonier nochmal, den Schein vom Auflieger habe ich nicht dabei, der liegt bei Hermes in Hannover..“

Also nochmal durch den Regen zurück, telefonieren, 3 weitere Kapitel lesen, bis der Anruf aus der Dispo kam, dass alles da ist und wieder zurück zur Anmeldung, diesmal zur Abwechslung ohne Regen.

Papiere fertig gemacht, Fotokopien angefertigt und in das Werk eingefahren. Dort habe ich die Seite aufgemacht und 5 Paletten Kupferdraht geladen, mit 15 Gurten niedergezurrt, wieder zugemacht und meine Versandpapiere geholt. Dann ab auf die Bahn und Hackengas, ich habe eine Anschlusstour nach Hause, da ist Zeit verschwenden nicht mehr drin, es war ja inzwischen schon 17.00 durch.

Kurz vor Soltau meldet das Navi eine Verkehrsbehinderung „Personen auf der Fahrbahn“, die ich ignoriert habe, für sowas nehme ich keine Umleitung in Kauf. Später dann sehe ich nur noch Bremslichter und es ist verdächtig wenig Gegenverkehr. Eine Minute später stehe ich dann in einer beidseitigen Vollsperrung, dem, was die Kollegen über Funk erzählen, entnehme ich, dass sich da wohl gerade jemand von der Brücke stürzen will und die Purzelei versucht, ihn davon abzuhalten.

Nach 30 Minuten war ich soweit, ich hätte ihn geschubst, wenn ich nahe genug dran gewesen wäre.. Inzwischen stehe ich in Bad Pyrmont, ein paar 100 m vom Kunden entfernt und mache meine Nachtruhe. Morgen früh dann abladen und Katanga nach Dortmund, den Auflieger abgeben und dann durch die Nacht nach Kiel, da soll ich Freitag Morgen um 6.00 bei IKEA stehen..