Endlich wieder in D

War ja am Sonntag mit der Fähre hoch und am Dienstag mit der Nachmittagsfähre wieder zurück. Nachts um 1.00 h hat der Dampfer mit etwas wetterbedingter Verspätung in Travemünde angelegt und ich hatte die ganze Nacht durch einen Höllenritt nach Tournai in Belgien.

Schlecht geschlafen, weil die Wellen so an den Dampfer krachten und die Tschechen in der Nachbarkabine lauthals Trinklieder gröhlten und dementsprechend war ich auch ziemlich müde unterwegs. Meine 45er wurde zur 1,5er ohne Essen, Schlaf war in dem Falle wichtiger ;).

Nach satten 10 h Fahrt habe ich in Tournai noch abgeladen und mich dann direkt hinter der Bude in den Schatten einer alten Fabrik gestellt und ausgiebig geschlafen. Zur Ladestelle heute morgen waren es nur 54 km und ich sollte nicht vor 8.00 h da sein.

Geladen hab ich dann in Menen, Spanplatten, ausgerechnet.. Das Zeugs ist wie Wasser, auch wenn es form- und kraftschlüssig geladen und gesichert wird, ständig in sich in Bewegung, selbst wenn man Kurven nimmt, als hätte man rohe Eier geladen. Meine inzwischen nur noch rudimentären Französischkenntnisse reichten leider auch nicht aus, um dem Staplerfahrer zu sagen, wie ich es gerne hätte, der hat meine Einwände einfach ignoriert und dazwischen werfen fand ich nicht gerade so lustig bei seinem Verladetempo. Sah ein bißchen aus wie bei Windows im Systemordner, was er da verzapft hat.

Ich bin also noch vorsichtiger gefahren wie sonst, die Ladung sah auch an der ersten Abladestelle tatsächlich noch genau so aus wie bei der Verladung, nix gerutscht, nix verdreht. In Belgien sind Gurte eher unüblich, ich frage mich, wie die das Zeugs auf der Ladefläche behalten, die haben meist ja nicht einmal Bretter zwischen den Rungen.. Nach dem Abladen der ersten 20 Pakete in den NIederlanden habe ich die frei gewordenen Gurte noch zusätzlich über den Rest gesetzt und bin einigermaßen beruhigt nach Deutschland eingefahren. Hier soll ich nun morgen früh noch 2 Stellen abladen, dann werde ich wohl nach Duisburg zu Thyssen-Krupp und ein Coil für Schweden laden.

Apropos Coils. Effektiv ist das ja nicht grad, was ich da treibe. Ich liefere 1 Coil, manchmal auch 2 kleine, in Sölvesborg bei der Hafengesellschaft ab, die lagern das ein für Volvo in Olofström und liefern dann 6 Coils auf einmal dort an.

DSV ist in Schweden eher unauffällig unterwegs, man hat so das Gefühl, DHL und Schenker machen 50% des LKW-Aufkommens aus, die restlichen 50% teilen sich dann die anderen. So einen Autotransporter habe ich auch zum ersten Mal gesehen:

Noch eine Besonderheit zu den Europastrassen in Schweden. Links abbiegen ist dort meist nur indirekt erlaubt:






Dort, wo direktes Linksabbiegen erlaubt ist, findet sich meistens auch ein Wendeplatz, damit auch die langen Züge es schaffen, in den Feldweg einzubiegen.

Für Langzüge nicht taugliche Strecken sind extra beschildert, ansonsten kann man guten Gewissens einfach da rein fahren.

So, genug aus Schweden für heute, ich werde jetzt meine Glotze anwerfen und mich langsam in Richtung Koje bewegen, morgen früh um 6.00 haut mich mein Wecker raus und ich habe noch einen strammen Zeitplan vor mie, um morgen nach Hause zu kommen..


3 Kommentare

  1. der Lüder sagt am 01. 09. 2011 um 22:25

    autsch, sind da mal wieder schöne Bilder dabei, da packt einen das Fernweh ganz grausam…

    Kann es sein, das man bei dem Autotransporter Planen anbringen kann, sodass man die „besondere Transporte“ (Erlkönige oder sowas) verdeckt fahren kann? Das würde den merkwürdigen Rahmenaufbau erklären.

    Kommentar

  2. Uwe sagt am 02. 09. 2011 um 01:18

    Die Autotransporter schuetzen ihre Ladung tatsächlich mit Planen und auch festen Verkleidungen
    vor Schmutz und vor allem Steinschlag. Je höher es gen Norden geht, desto seltener ist ein offener Transporter zu sehen.

    Kommentar

  3. Matthias K sagt am 02. 09. 2011 um 11:03

    Danke für die Bilder und die interessanten Infos! Wünsche für die Heimfahrt alles Gute und drücke die Damumen, dass nichts dazwischen kommt!

    Kommentar

Kommentare sind nicht erlaubt.