Archiv von 'September, 2011'

Kommunikationsprobleme sind bei uns völlig..

..normal, wir sind ja eine Spedition, kein Kommunikationsunternehmen. Gestern hat die Dispo aus Schweden bei mir in der Firma angerufen, dass sie nicht wissen, ob und wie sie mich von der Abladestelle wieder hoch bekommen. Dummerweise hat mich aber keiner informiert, so dass ich die Nacht durchgefahren bin, in Dinslaken abgeladen hab und jetzt ohne Fahrtzeit und vor allem ohne Rückladung in Ginsheim Gustavsburg stehe. Supi.

Existenzbedrohend

Durch die Regenfälle am Wochenende ist in Gelting an der Ostsee Landunter. Eine durch den Ort laufende Au kann das Wasser nicht mehr abführen und die Feuerwehren kamen nicht gegen das durch den Dauerregen nachströmende Wasser gegenan. Mehr dazu bei r.sh. Der Pegel sinkt nur sehr langsam, die Wehren hoffen, jetzt endlich mit dem Auspumpen der Keller beginnen zu können. Es sind Feuerwehr und THW im Einsatz, aus den benachbarte Landkreisen wurden Hochleistungspumpen angefordert und eingesetzt. Sorge macht den Helfern vor allem das Wetter, es ist weiterhin Starkregen angesagt und zusätzlich könnte noch Wasser aus den höher gelegenen Gebieten nachströmen.

Besonders schlimm ist die Situation, weil die Einwohner in einem Risikogebiet leben und dementsprechende Versicherungen eine Ausschlußklausel für Elementarschäden beinhalten. Viele Familien stehen vor dem Nichts, die Situation ist wirklich existenzbedrohend.
Heute hat r.sh in den Nachrichten um Sachspenden gebeten, ich denke aber, auch Geldspenden sind gerne gesehen. Wer Möbel oder andere Sachspenden geben möchte, sollte sich mit r.sh in Verbindung setzen, wie ich Carsten Köthe kenne, wird er bestimmt den Transport in den nächsten Tagen organisieren..

Was mich an dieser traurigen Geschichte persönlich am meisten stört, ist das Verhalten der Versicherungen und der Landesregierung im Moment. Für alles mögliche ist Geld da, Tsuninami-Hilfe, Fukushima, Bankenrettung, etc., doch der Topf für existenzbedrohende Notlagen im Innenministerium ist nur schwach gefüllt und bis heute hat sich die Landesregierung dem Bürgermeister von Gelting gegenüber noch nicht geäußert, in welcher Form sie Hilfe leisten wird.

Also, liebe Leser, fragt bei r.sh nach, was gebraucht wird und spendet, wenn ihr könnt. Die Menschen in Gelting brauchen unsere Unterstützung.

Ich hab noch..

..einen weiteren Tag Bootstransporte gewonnen :D.

Ganz ernsthaft, Rügen war schlimm. Die Kurven so eng, dass ich über beide Spuren ausholen musste, überall Bäume, teilweise hingen Äste so niedrig, dass es nur im Schrittempo darunter herging und viel Platz zum Ausweichen gab es auch nicht, es stehen ja auf beiden Seiten der Strasse Leitplanken, damit die Touristen die Bäume nicht beschädigen..
Mit der Polizei vorweg war das um 2.00 h nachts kein Problem, die letzte Kurve allerdings hatte es in sich: Verkehrsberuhigung, 1,5 Fahrspuren und überall Laternen. Ich konnte quasi direkt bis unter den Kran fahren und sogar einigermaßen auspennen.

Landschaftlich ist die Insel wunderschön und durch die neue Rügenbrücke mit 3 Fahrspuren auch wohl endlich staufrei erreichbar. Der alte Damm läuft parallel und wird gerade saniert.







Von Oben eröffnet sich ein wunderschöner Ausblick über Stralsund, die Rampe zur Brücke beginnt quasi mitten in der Stadt. Die Steigungen sind allerdings nicht ohne, mit 40t quälen sich die LKW ganz schön da hoch.

Der Bursche hier fuhr die ganze Zeit vor mir und bog dann ab in die Stadt:

Weiter ging es dann über die B105 und Treckerwegen 3. Ordnung quer durch Noch-Vor-Polen nach Barth, wo ich ein Motorboot für Flensburg geladen habe. Naja, mehr ein morsches Stück Treibholz. Der Dampfer war total weich, sowohl im Rumpf als auch an Deck. Todesängste habe ich da ausgestanden, das Deck bog sich unter dem Gewicht einer so fetten Landratte wie mir ordentlich durch.
Beim Zurren über die Klampen lösten diese sich mitsamt Schrauben und einige sogar mit dem Schiffsparkett komplett ab, die Gurte waren also nur so fest gezogen, dass sie straff waren.
In Flensburg ging das Boot dann ins Wasser und ich habe an der gleichen Stelle ein Segelboot für Hamburg geladen. Diesmal komplett mit Kiel und Mast.




Das Boot ruht auf dem Kiel, gestützt durch 6 Stützen und ist diagonal Direktgezurrt. Der Mast liegt in einer speziellen Aufnahme an der linken Seite der Kesselbrücke und ragt vorne bis in den Schwenkbereich, hinten schließt er mit dem Auflieger ab. Er ist durch 3 Gurte gegen das Herabfallen gesichert.



Von drinnen sieht das dann so aus:

Mit dieser geringen Überbreite fahre ich ohne Begleitung nach Hamburg, allerdings erst um 19.00 h mit dem Ende der Sperrzeit, dort werde ich dann morgen früh abgeladen und wir sehen weiter.

Joghurtbecher

Allerdings in Luxusausführung.

Gebaut wurde das gute Stück bei BuK in Lübesse, der Rumpf ist noch komplett leer und wiegt eben über 3t.

Um 21.00 h ist Abnahme durch die Polizei und Abfahrt für mich in Richtung Rügen. Bis zur BAB und von der BAB ist Polizeibegleitung erforderlich, also treffe ich mich um 2.00 h wieder mit einem Streifenwagen für die Überfahrt auf die Insel, ansonsten habe ich auf der BAB nur ein BF3 hinter mir.







Das Gewicht des Bootes lastet nicht in den Stützen, sondern hauptsächlich auf den unterliegenden Balken. Die Stützen stabilisieren den Rumpf nur gegen das Umkippen. Niedergezurrt ist das Boot mit 2 Gurten, unter denen einige Lagen alter Teppich liegen, um keine Schäden zu verursachen. Der Formschluss nach vorne wird durch eine Kopflasche hergestellt, völlig überdimensioniert für die 3t, aber optisch ganz hübsch, das Auge der Kontrollorgane isst ja bekanntlich immer mit ;).

Morgen lade ich dann ein Motorboot in Barth und bringe es nach Flensburg, eine sehr angenehme Abwechslung nach dem ewigen Planenauflieger..

Der Bauch rauscht nicht mehr..

Am 1.9.2011 ist unser Trauzeuge und guter Freund, Michael (Siny) Sienknecht, bei einem tragischen Haushaltsunfall ums Leben gekommen.

Sinybauch

Michael Sienknecht * 9.1.62 + 1.9.2011

Siny war Betreiber der bezahlten Startseite Megarausch, dort haben wir uns vor Jahren kennengelernt. Megarausch war mehr als nur eine Paid4-Seite, es war eine Community. Nicht so groß wie Klamm, aber urgemütlich und immer etwas los und man konnte jederzeit im Plauschrausch auf den Sinybauch selber treffen. Er pflegte guten Kontakt zu seinen Usern und war jederzeit zu einem Scherz aufgelegt, verbreitete gute Stimmung im Chat und ließ einen sich irgendwie zuhause fühlen.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit anderen Paid4-Projekten und eine gemeinsame Auszahlungsbasis, das Team wurde größer, da Siny nicht mehr alles alleine bewältigen konnte. Der Wettrausch, ein Tauschrausch und einige Spiele kamen hinzu, ständig wurde an Sonderaktionen gebastelt, die allabendlichen Runden im Chat waren legendär.

Megarausch wurde eine Institution in der Szene, was vor allem Sinys Engagement und seiner Art, mit den Leuten umzugehen zu verdanken war. Es gab Usertreffen in verschiedenen Ecken Deutschlands, man lernte sich persönlich kennen und viele dieser Bekanntschaften haben sich bis heute gehalten und zu guten Freundschaften entwickelt.

Vor einigen Jahren wurde Siny schwer krank und zog sich aus der Paid4-Szene zurück, das Team versuchte weiterhin, Megarausch am Leben zu halten, aber vergeblich. Es war nie so, wie zu der Zeit, als er noch anwesend war und zerfiel langsam aber sicher. Siny zog sich komplett von allem zurück, nur manchmal kamen noch Nachrichten über seinen Gesundheitszustand durch.

Siny und Elvira

Siny und Elvira

Jetzt endlich schien es ihm wieder besser zu gehen, er fasste neuen Lebensmut, sogar einen Hund hatte er sich nach dem Tod seiner geliebten Elvira wieder angeschafft und er sah positiv in die Zukunft, als er durch diesen tragischen Unfall aus dem Leben gerissen wurde.

Wo immer Du jetzt bist, lieber Sinybauch, FrauAct und ich wünschen Dir alles Gute. Wir werden Dich in guter Erinnerung behalten.

Manchmal frage ich mich,..

..ob die beiden Palettenhanseln da in Trelleborg eine Deutschlandkarte besitzen. Statt fast zuhause zu sein, war ich noch Laden in Übach Palenberg. Bis gerade eben. Jetzt gibts ne serbische Bohnensuppe aus der Dose und dann werd ich die Gardinen zuziehen. Morgen wird ein langer Tag…

Klassiker

Heute habe ich in Dortmund bei Thyssen-Krupp 3 Coils für Schweden geladen.

Mal abgesehen von der brüllenden Hitze war das eigentlich ganz angenehm. Die Coils schwebten per Magnetkran durch die Decke in den Auflieger. Den durfte ich dann komplett zurückbauen, weil der Kunde die Coils auf Gestellen bestellt hat..*gnarf*.
Da meine Ketten nicht für 3 Coils reichen und außerdem eh zu schwer und unhandlich sind, habe ich mich für eine klassische Direktverzurrung mit Gurten entschieden.

Die Gestelle stehen gegen jeweils 2 Steckrungen auf Antirutschmatte.

Niedergezurrt sind sie jeweils mit einem Gurt und dann mit je 2 Gurten pro Seite nach vorne und hinten durch das Coil geschlauft direktgezurrt.







Das ist komplett ausreichend für 18t Stahl, sieht nur ein wenig verwirrend aus.
Und jetzt geht es ab nach Travemünde, den Auflieger im Hafen abstellen, am Montag soll ich ein Boot nach Rügen fahren, bis Mittwoch hat mich Cheffe da eingeplant, danach geht es dann wieder unter den Tautliner und ich darf mich weiter in Schweden herumtreiben..

Endlich wieder in D

War ja am Sonntag mit der Fähre hoch und am Dienstag mit der Nachmittagsfähre wieder zurück. Nachts um 1.00 h hat der Dampfer mit etwas wetterbedingter Verspätung in Travemünde angelegt und ich hatte die ganze Nacht durch einen Höllenritt nach Tournai in Belgien.

Schlecht geschlafen, weil die Wellen so an den Dampfer krachten und die Tschechen in der Nachbarkabine lauthals Trinklieder gröhlten und dementsprechend war ich auch ziemlich müde unterwegs. Meine 45er wurde zur 1,5er ohne Essen, Schlaf war in dem Falle wichtiger ;).

Nach satten 10 h Fahrt habe ich in Tournai noch abgeladen und mich dann direkt hinter der Bude in den Schatten einer alten Fabrik gestellt und ausgiebig geschlafen. Zur Ladestelle heute morgen waren es nur 54 km und ich sollte nicht vor 8.00 h da sein.

Geladen hab ich dann in Menen, Spanplatten, ausgerechnet.. Das Zeugs ist wie Wasser, auch wenn es form- und kraftschlüssig geladen und gesichert wird, ständig in sich in Bewegung, selbst wenn man Kurven nimmt, als hätte man rohe Eier geladen. Meine inzwischen nur noch rudimentären Französischkenntnisse reichten leider auch nicht aus, um dem Staplerfahrer zu sagen, wie ich es gerne hätte, der hat meine Einwände einfach ignoriert und dazwischen werfen fand ich nicht gerade so lustig bei seinem Verladetempo. Sah ein bißchen aus wie bei Windows im Systemordner, was er da verzapft hat.

Ich bin also noch vorsichtiger gefahren wie sonst, die Ladung sah auch an der ersten Abladestelle tatsächlich noch genau so aus wie bei der Verladung, nix gerutscht, nix verdreht. In Belgien sind Gurte eher unüblich, ich frage mich, wie die das Zeugs auf der Ladefläche behalten, die haben meist ja nicht einmal Bretter zwischen den Rungen.. Nach dem Abladen der ersten 20 Pakete in den NIederlanden habe ich die frei gewordenen Gurte noch zusätzlich über den Rest gesetzt und bin einigermaßen beruhigt nach Deutschland eingefahren. Hier soll ich nun morgen früh noch 2 Stellen abladen, dann werde ich wohl nach Duisburg zu Thyssen-Krupp und ein Coil für Schweden laden.

Apropos Coils. Effektiv ist das ja nicht grad, was ich da treibe. Ich liefere 1 Coil, manchmal auch 2 kleine, in Sölvesborg bei der Hafengesellschaft ab, die lagern das ein für Volvo in Olofström und liefern dann 6 Coils auf einmal dort an.

DSV ist in Schweden eher unauffällig unterwegs, man hat so das Gefühl, DHL und Schenker machen 50% des LKW-Aufkommens aus, die restlichen 50% teilen sich dann die anderen. So einen Autotransporter habe ich auch zum ersten Mal gesehen:

Noch eine Besonderheit zu den Europastrassen in Schweden. Links abbiegen ist dort meist nur indirekt erlaubt:






Dort, wo direktes Linksabbiegen erlaubt ist, findet sich meistens auch ein Wendeplatz, damit auch die langen Züge es schaffen, in den Feldweg einzubiegen.

Für Langzüge nicht taugliche Strecken sind extra beschildert, ansonsten kann man guten Gewissens einfach da rein fahren.

So, genug aus Schweden für heute, ich werde jetzt meine Glotze anwerfen und mich langsam in Richtung Koje bewegen, morgen früh um 6.00 haut mich mein Wecker raus und ich habe noch einen strammen Zeitplan vor mie, um morgen nach Hause zu kommen..