Archiv von 'Juli, 2011'

Änderungen der VO (EWG) Nr. 3821/85 im Oktober

Im Oktober 2011 tritt eine neue Verordnung zur zehnten Anpassung der Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 des Rates über das Kontrollgerät im Straßenverkehr an den technischen Fortschritt in Kraft.

Für uns Fahrer sind einige erfreuliche Änderungen darin enthalten:

3.5

Die Randnummern 038, 041 und 042 erhalten folgende Fassung:

„Randnummer 038 Bei der ersten Tätigkeitsänderung auf RUHE oder BEREITSCHAFT innerhalb von 120 Sekun­den nach dem automatischen Wechsel auf ARBEIT infolge des Anhaltens des Fahrzeugs wird davon ausgegangen, dass diese zum Zeitpunkt des Anhaltens eingetreten ist (so dass möglicherweise der Wechsel auf ARBEIT auf­ gehoben wird).“

„Randnummer 041 Wird zu irgendeinem Zeitpunkt innerhalb der unmittelbar der Kalenderminute vorausgehen­den und nachfolgenden Minute die Tätigkeit LENKEN registriert, gilt die gesamte Minute als LENK-Zeit.“

„Randnummer 042 Für eine Kalenderminute, die aufgrund der vorstehenden Randnummer 041 nicht als LENK-Zeit gilt, wird die Tätigkeit angesetzt, die als längste Tätigkeit innerhalb der Minute ausgeführt wurde (oder bei gleichlangen Tätigkeiten diejenige, die zuletzt ausgeführt wurde).“

Endlich kann man mit gutem Gewissen ein paar Meter vorfahren, ohne dass die Nachtruhe als unterbrochen gilt. Die neue Generation Digitachos wird diese Änderung automatisch berücksichtigen, bei den älteren Modellen und Diagrammscheiben werden die Kontrollorgane es manuell berücksichtigen müssen.

Die gesamte Änderung zum Nachlesen gibt es unter anderem hier.

Die Polizei Hannover bittet um Mithilfe

Die Warschauer Allee ist eher weniger mein Revier, vielleicht hat ja einer meiner Leser zufällig etwas mitbekommen.

Hannover (ots) – In der vergangenen Nacht zwischen 00:00 und 06:00 (19.07. auf 20.07. ) Uhr ist ein schlafender 38-jähriger LKW-Fahrer auf dem Parkplatz der Raststätte „Lehrter See“ an der Bundesautobahn (BAB) 2 in Richtung Berlin von Unbekannten beraubt worden. Die Polizei sucht Zeugen.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der 38-Jährige seine Zugmaschine mit Anhänger auf dem Parkplatz abgestellt und sich um Mitternacht in seiner Fahrerkabine schlafen gelegt. Gegen 06:00 Uhr stellte er fest, dass Unbekannte die Tür seines LKW aufgebrochen und aus der Fahrerkabine Fahrzeugpapiere, Geld und sein Handy entwendet hatten. Gegenüber den alarmierten Polizeibeamten erklärte er, dass er sich etwas benommen fühlen würde. Die Ermittler entdeckten daraufhin bei einer Spurensuche eine Beschädigung an dem Türgummi der Fahrertür und gehen davon aus, dass der oder die Täter zunächst ein unbekanntes Betäubungsmittel in den LKW leiteten und anschließend die Fahrertür aufbrachen. Die weiteren Ermittlungen auf dem Parkplatz ergaben, dass die Täter offensichtlich auf die gleiche Weise einen weiteren LKW-Fahrer berauben wollten. Der 29-jährige Fahrer eines Sattelzuges hatte sein Fahrzeug etwa zehn Meter vor dem LKW des 38-Jährigen geparkt. Auch hier stellten die Beamten eine Beschädigung am Türgummi und an der Fahrertür fest. In diesem Fall gelang es den Tätern aber offensichtlich nicht, die Tür aufzubrechen. Der 29-Jährige gab an, dass er zwischen 02:00 und 03:00 Uhr Geräusche an seinem Fahrzeug wahrgenommen habe, so dass die Taten möglicherweise in diesem Zeitraum verübt wurden. In der Nacht Montag auf Dienstag war es auf einem Parkplatz an der Raststätte Bockenem (BAB 7) zu fünf ähnlichen Taten gekommen, die Polizei prüft nun Zusammenhänge. Zeugen, die Hinweise zu den Taten oder den Tätern geben können, setzen sich bitte mit dem Kriminaldauerdienst Hannover unter der Telefonnummer 0511 109-5555 in Verbindung. /hil

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Hannover
Holger Hilgenberg
Telefon: 0511 109 1042
Fax: 0511 109 1040
E-Mail: pressestelle@pd-h.polizei.niedersachsen.de
http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/pdhan/

Gasüberfälle sind eine ganz üble Sache, vor allem, weil mit dem Leben des Überfallenen leichtfertig umgegangen wird. Die Türen lassen sich ja gegen Einbruch mit einem Spanngurt oder im Handel erhältlichen Türsicherungen schützen, es empfiehlt sich aber auf jeden Fall, die Dachluke oder ein Fenster einen Spalt weit geöffnet zu haben, damit sich das Gas schneller verdünnt. Ob sie das nun durchs Fenster oder eine durchstochene Türdichtung einleiten, macht keinen Unterschied.
Übrigens, ein Gaswarner kann Leben retten.

Ich vermeide es möglichst, in unsicheren Gegenden dunkel und einsam zu stehen, wobei das in diesem Fall dem Kollegen leider ja nichts genutzt hat. Im Ausland empfiehlt es sich, zwischen türkischen Fahrern zu stehen. Nicht nur sind sie sehr gastfreundlich und laden einen oft auf ein gut gewürztes Essen ein, wenn sie sich nicht sicher fühlen, patrouillieren sie in Schichten um ihre LKW, sicherer geht es kaum.
Man sollte immer dort parken, wo auch viele andere stehen und im dem Fall, dass einem etwas komisch vorkommt niemals selber eingreifen, sondern die 110 wählen. Ein Heldentod nutzt niemandem etwas..

Liebe Strassenmeisterei..

..im Landkreis ROW, es ist defintiv keine gute Idee an einem Ferienwochenende die B51 zu sanieren und fast auf ihrer kompletten Länge auf 30 km/h zu begrenzen, wenn der gesamte Ausweichverkehr diese Strecke benutzt, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Ich persönlich fühle mich von solchen Aktionen schikaniert und ich bin damit sicherlich nicht alleine, wenn ich so die schimpfenden Fahrer im Gegenverkehr Revue passieren lasse..

Das Jahr hat 52 Wochen, da wird es doch wohl gerade eben so möglich sein, einen anderen Zeitraum dafür zu wählen, oder?

Ansonsten will ich mich nicht beschweren, von Diepholz bis Lübeck in 3.30 h ist schon in Ordnung.. Jetzt noch eine 45er, dann gehts nach Hause..

Arghl..

Super. Da quält man sich um 5.00 h aus dem Bett und eiert die letzten paar Kilometer zur Ladestelle, nur um zu erfahren, dass

a) keine Papiere vorliegen.
b) Fremdspeditionen eh erst ab 10.00 h beladen werden.

Zumindest eingewogen hat mich der Wachmann denn aber schon. Nun stehe ich auf einem Dreckplatz gegenüber und warte. Normalerweise würde mich das ja gar nicht stören, aber meine Schicht läuft seit um 6.00 h und morgen ist ja wieder Ausweichstrecken angesagt..
Die Ferienreiseverordnung ist der allerletzte Dreck.. Ich habe bis jetzt jedenfalls nie das Gefühl gehabt, dass die irgendwem nützt, die Touristen verknoten sich doch so oder so..
Als ich noch mit Wochenendgenehmigung unterwegs war, bin ich oft am Sonntagmorgen gestartet und die Staus waren genauso da, eher noch schlimmer als unter der Woche, nur weniger LKW involviert..

Ganz schlecht geschlafen..

..habe ich letzte Nacht. Ich bin um 16.00 h in Oslo ausgelaufen mit der „Finn Arrow“, wie gewohnt Holzstuhlklasse. Die „Nils Dacke“ war ja immerhin schon Economy, ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Meine Kabine lag quasi direkt neben der Rezeption und dem Treppenhaus zum Restaurant, von 3 Gängen umgeben, die Badezimmertür habe ich dann irgendwann heute Nacht völlig entnervt offen stehen lassen, weil sie im Takt der Unwucht der Schraubenwelle klapperte und klöterte. Die ganze Nacht Stimmen, Schritte, Gebrüll der feiernden Holländer und der Mannschaft.
Von dieser Kabine habe ich keine Aufnahmen gemacht, aber von der auf der „Finntrader“ auf der Tour nach oben.

Wenn ich tagsüber fahre, bevorzuge ich Mittschiffskabinen, weil die Bulleyes der Außenkabinen mit hellen Vorhängen versehen sind und dementsprechend taghell. Zum Schlafen mag ich es eher dunkel haben ;).

Statt eines Fensters haben die Mittschiffskabinen meist einen grossen Spiegel hängen, das vergrößert die besseren Kleiderschränke zumindest auch optisch ein wenig.

Die Dusche ist klein, aber sauber und ich hab sie für mich alleine. Wenn nur nicht der blöde Duschvorhang abwechselnd an Bauch und Po kleben bleiben würde :mrgreen: .
Auch das Waschbecken ist ausreichend.

Nach der wohlverdienten Dusche geht es ins Bordrestaurant, essen und Kontakte pflegen. Meistens reisen die gleichen Leute mit, man kennt sich nach wenigen Tagen und es ist angenehm familiär. Essen gibt es vom Büffet, für Fahrer kostet das Mittagessen 6 Oironen und Frühstück 4 Oironen. Leider ist auch die Qualität dementsprechend.
Die Überfahrt dauert etwa 10 Stunden, je nach Wind und Wellengang. Geweckt wird 1 Stunde vor dem Einlaufen, das lässt Zeit genug, um zu frühstücken. Die Autodecks werden mit dem Anlegemanöver geöffnet, so kann man gegebenenfalls noch in aller Ruhe Luft pumpen.

Immer wieder ein faszinierender Augenblick, wenn man unter der großen Brücke durchfährt, die Dänemark und Schweden miteinander verbindet.




Ab und zu mal zeigen sie auf N24 die Dokumentation über den Bau, es lohnt sich, das einmal anzusehen.

Meine Tour führte mich nach Holland, wo ich heute Morgen 24t Holz abgeladen habe und natürlich nochmal Diesel gebunkert. Diesel liegt hier im Schnitt bei 1,399 Oironen, Super bei 1,719 Oironen.

Jetzt stehe ich im Raum Aachen und mache gleich meine Nachtruhe, morgen früh lade ich dann in Eschweiler Stahlrohre für Schweden und mache mich auf den Weg gen Norden.

Ohne Worte..

Ohrwurm

Hab ich im Sektor etliche Male gehört und gefällt mir ausnehmend gut. Ich denke mal, es lohnt sich, Auletta zu beobachten..

Gut geschafft

Bis nach Oyten habe ich es geschafft. Morgen früh um 6.00 h geht es weiter, 177 km wären es über die BAB, der Umweg hält sich also in Grenzen. Dann noch die 70 km von Lübeck nach Hause und endlich Wochenende.

Und nun haue ich mich in die Koje..Gute Nacht allerseits..

An sich..

..wollte ich schon beim 2. Kunden stehen. Meine Planung gestern sah das auch durchaus vor, nur sieht die Realität natürlich wie immer ganz anders aus.

Die fehlenden 40 Minuten habe ich an der ersten Ladestelle vergurkt. Rückwärts über den langen Spiegel um ein Gebäude herum in ein Hallentor und direkt in der dunklen Halle mit dem Auflieger nach links, bis ich quasi im rechten Winkel zum Tor gestanden habe. Die ganze Halle voll gusseiserner Formteile, stockduster und keiner hatte Zeit, mich einzuweisen, das dauert dann halt.
Dann Dach auf und eine Seite die Gardine öffnen, damit der gute Mann mit dem Kran mir meine Ladung reinlegen konnte.

2 Gussteile, jeweils 2,2t schwer und 4m lang. Unter den Teilen liegen Hölzer, rechteckig, nicht quadratisch, damit sie nicht rollen können, in Kombination mit Antirutschmatten, sogenannte Sandwiches. Niedergezurrt ist das Ganze mit 3 Gurten, bei dem Winkel mit etwa 5t Spannung und da es nicht an der Stirnwand anliegt, habe ich zusätzlich noch mit 2 Gurten kopfgelascht, um es am Rutschen zu hindern.

Die untergelegten Gummimatten dienen nicht als Antirutschmaterial, sondern sollen die Gurte vor dem Durchscheuern schützen. Die Gussteile sind zwar einwandfrei entgratet und abgerundet, aber man weiß ja nie.

Ich bin nach meiner Pause dann am südlichen Punkt meiner Route angelangt und hoffe, das Laden dauert da nicht allzu lange. Mein Tourenplan ist eh sehr gewagt für ein Wochenende mit Ferienbeginn in NRW und teilweise 20-25 km baustellenbedingten Stau in Hamburg allein durch den Berufsverkehr. Ich habe eine Ausweichstreckenkarte dabei und werde im Zweifelsfall morgen über Landstrassen den Rest der Strecke ziehen, denn ein 45 h-Wochenende in diesem Trecker erscheint mir wenig erquicklich 😉

Eindrücke

Hier mal ein paar Eindrücke der letzten Schwedentour..



So sieht ein Parkplatz an der E22 aus, lädt nicht gerade auf eine ruhige Nacht ein, man fährt besser weiter bis zur nächsten Ortschaft, dort sind meistens groß angelegte Rastplätze an den Ausfahrten, weit weg vom Durchgangsverkehr und oft auch mit Gastronomie. Die Preise sind allerdings exorbitant für unsere Verhältnisse, der Schwede verdient gut das Doppelte und dementsprechend ist auch das Verhältnis angesiedelt.



In Schweden gilt überwiegend Tempo 110, am Rande von Ortschaften und an Einmündungen oder Kreuzungen wird auf 70 begrenzt. Auch in den Ortschaften läuft der Verkehr mit 70, nur an Fußgängerüberwegen und Schulen wird auf 50 gedrosselt. Selbstverständlich wird die Geschwindigkeit auch kontrolliert, freundlicherweise weist man aber mit Schildern darauf hin. Und so sieht dann die fest installierte Radaranlage aus:


Auf dieser Runde habe ich die Fähre in Malmö nicht mehr bekommen und musste über Trelleborg fahren. War nicht gerade unangenehm, die Schiffe der TT-Line sind Passagierdampfer und gegenüber den rostigen Eimern der Finnlines der pure Luxus. Ich hatte eine Aussenkabine für mich allein und sogar das Essen war relativ genießbar ;).

Die „Nils Dacke“ braucht für die Überfahrt nach Travemünde nur etwas über 8 h, mit der Finnlines sind es eben über 10 h. Da ich ja in Trelleborg von 10.30 h bis 16.30 h Standzeit hatte, passte das perfekt in die Tour.

Die „Peter Pan“ kam uns kurz nach dem Auslaufen entgegen. Ich finde es allgemein erstaunlich, was auf der Ostsee für ein Verkehr herrscht, der Horizont ist voller Schiffe.

Was immer noch nicht passt, ist die Disposition. Oft werde ich hängen gelassen und stehe zuviel Zeit in der Pampa ab, um wirklich effektiv zu fahren. Kurzes Beispiel:
Gestern habe ich um 8.00 h angerufen in Schweden, ich hatte noch 2 Paletten an Bord, von denen eine nach Ahlen ging und die andere in die Nähe von Regensburg. Da ich ja nicht mit dem 40-Tonner bis nach Regensburg runter fahre für 40 kg, wollte ich wissen, wo die runter gehen soll. Um kurz vor 10.00 h war ich in Ahlen fertig mit Abladen und um 12.30 h (!) bekam ich die Abladeadresse für die 40 kg in Kamen. Dort habe ich dann nach einigem Nachfragen zumindest die grobe Richtung bekommen für meine Ladung heute und bin bis zum Rasthof Lichtendorf gezogen. Von da aus habe ich noch einmal Meldung gemacht und es hieß, ich bekomme die Ladeadresse dann später per SMS, ich könne ruhig schlafen gehen. Meine Schicht war zu ende, ich bin ja um Mitternacht in Lübeck von der Fähre gerollt. Heute Morgen dann habe ich als erstes auf mein Handy gesehen und es war natürlich keine SMS da. Also wieder in die Koje, noch 2 Stunden schlafen und dann Kaffee aufsetzen und in Richtung Hennef gestartet. Nun stehe ich auf einem Rasthof kurz vor Hennef und warte auf die Adresse. Vor 8.00 h ist das Büro in Schweden nicht besetzt, mein deutscher Disponent versucht gerade, die kompletten Ladeadressen für die Tour zu bekommen.

So geht viel Zeit ins Land, die ich irgendwo unnütz herumstehe, das ist bei dem Kilometerpreis eigentlich überhaupt nicht drin und schon gar nicht mit dem ollen Leihtrecker. Von daher betrachte ich die Sache momentan mit gemischten Gefühlen, wirtschaftlich ist eindeutig etwas anderes..