Polen-Paris in 30 Stunden

7.6.10 8.30 h
Wir sind angekommen. Satte 10 h haben wir verfahren für etwas über 590 km. Polnische Straßenverhältnisse halt, da muß man mehr Zeit einkalkulieren, es kommt ja alle 3 km ein Dorf und die Fahrbahn besteht quasi nur aus Löchern und Spurrillen. Wir haben unseren Kontaktmann hier im Werk erreicht, er hatte leider keine erfreulichen Nachrichten für uns, die Dose ist noch nicht fertig montiert und Farbe fehlt auch noch.
Wir hauen uns jetzt ein bißchen aufs Ohr, fahren dann noch den Rest unserer Schicht weg und machen dann eine 9h-Pause in Deutschland. Dann sende ich auch diesen Bericht ab.
Vor uns liegen 1465 km bis Paris, bis morgen Mittag sollen wir da sein, da brauchen wir aber dann eine ordentliche Mütze voll Schlaf, denke ich.
Es ginge auch kürzer, aber über Berlin, Magdeburg die Warschauer Allee runter und dann quer durch den Idiotenknoten über Aachen nach Belgien ist unkalkulierbar, wir fahren also über Osnabrück, Appeldoorn und dann stramm runter auf Paris Nord.
Jetzt lege ich mich ein paar Stunden hin, dann sehen wir weiter..

7.6.10 12.30 h
Die Dose wird gerade durch die Endabnahme gezogen. Inzwischen habe ich hin- und hergerechnet, es wird nicht rund, aber das war ja zu erwarten. Wir werden hier die 9h voll machen und „frisch“ in die nächste Runde starten. Die Aufteilung ist suboptimal, aber durch den langen Aufenthalt hier jetzt ist es die sauberere Lösung. Ich muss das nur noch meinem Disponenten verkaufen und er muss das beim Kunden durchdrücken. Ich geh mal telefonieren, der Kollege schläft gerade, der wird dann wohl die erste Schicht machen, mich hat man rausgeklopft um die Papiere zu erledigen..
Dispo hat zugesagt, alles andere wäre auch Blödsinn jetzt. Wir tanken den Trecker nacher nochmal voll und machen uns schlau, wo wir denn heute Nacht noch eine Winety herbekommen, falls wir eine brauchen sollten. Diesel ist übrigens auch hier erheblich teurer geworden, der Liter kostet jetzt 4,27 Zloti im Schnitt, 4,06 Zloti sind 1 Euro. Das letzte mal, als ich hier war, kam der Liter 3,40 und 1 Euro waren 4,36 Zloti. Immer noch günstig, das Zeugs hält auch etliche km mehr als unseres, die Polen mischen da keine Bio-Plörre drunter.
Ich versuche nochmal, einige Stunden zu schlafen, schwer bei Dauerregen und schwüler Luft. Aussentemperatur beträgt 19°C, hier in der Hütte ist es stickig und alle paar Minuten humpelt ein klöternder Gabelstapler hustend vorbei. Keine Ahnung, wie der Kollege da so seelenruhig vor sich hinschnarchen kann. Ich bin wohl zu sensibel 😉

7.6.10 17.00 h
Dauerndes Geklopfe an die Tür. Zumindest ist die Büchse drauf und wir können losrollen. Ich lege mich hin, sobald wir aus der Stadt sind. So war jedenfalls der Plan, funktioniert hat es nicht. Mein Kollege fuhr so sanft wir irgend möglich über den Kartoffelacker, der sich da drüben Straße nennt und ich kann inzwischen nachvollziehen, wie sich ein Ball im Sqashcenter ungefähr fühlen muß. Wieder nur 2 h gepennt, ich hoffe ja, daß ich auf den deutschen Straßen nachher wenigstens ein Auge zubekomme. Die A11 ist übrigens auch immer noch größtenteils ein Kartoffelacker..


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