Warum meinen eigentlich alle..

..daß sie meinen Job besser machen können als ich?
Heute morgen im Hafen durchgetauscht, ratzfatz, nichtmal eine Stunde inklusive Zoll und auf den Weg gemacht zum nächsten Kunden. A1 lief so lala, dann Posthausen ab und querfeldein, noch einen Schlenker gemacht, um eine 6t-Brücke zu umfahren und genau mit 4:30 h auf dem Tacho beim Kunden angekommen.
Auf den Hof gedrückt in Richtung Tor und angehalten, um den Container öffnen zu können.
Freundliche Begrüßung seitens des Kunden: „Was willst Du hier?“
„Noja..abladen..“ – „Papiere!“ Ich geh also nach vorne, die Papiere holen und übergebe den Lieferschein. „Komm mit!“ muffelt die Dame und rennt los, ich hinterher. Im Büro macht sie 3 Kopien und rennt irgendetwas undefinierbares nuschelnd weg. Ich bleibe natürlich da stehen und warte, keine Ahnung, was die von mir will..
Sie kommt von der anderen Seite wieder rein und schreit mich an, ob ich da Wurzeln schlagen will..
Nun gut, ich gehe also Richtung LKW, „Fahr mal dem PKW hinterher!“ brüllt sie mir noch nach. Es geht 4 km oder sowas über Land, meine Fahrtzeitüberschreitung wächst und wächst. Schliesslich landen wir auf einem alten Bauernhof, dort auf dem Hofplatz angekommen, sehe ich 8 oder 9 Leute, die auf den Container warten.
Geschmeidig umrunde ich 2 DHL-Wechselbrücken und ziehe den Zug vor der Halle gerade, um zurück zu setzen. 8 Leute geben widersprüchliche Handsignale. Geschätzt 5 weisen mich an, vorzuziehen, einer zeigt, ich soll stehenbleiben und 2 oder 3 wollen mich rückwärts haben. Also bleibe ich stehen.
Nach einigen Minuten kommt endlich jemand von denen nach vorne und fragt mich, ob ich so stehenbleiben will. „Ich setze den gerne da hin, wo ihr ihn hinhaben wollt, solange einer von euch eindeutige Zeichen gibt..“ – „Dann komm mal zurück..“
Schliesslich stehe ich da, wo ich hin soll und gehe nach hinten, die Büchse öffnen..
„Wenn Du auf hast, noch ein paar Meter zurück..“ Keine Rampe, nur freier Platz und etliche leere Paletten neben einem Stapler. „Ich muss Pause machen, hab schon überschritten, da müsst ihr wohl mit den Paletten nach vorne kommen..“
„Das ist uns doch egal, wärste mal pünktlich gewesen..“ – „Tut mir leid, die Gegend ist so schön, da musste ich noch ein paarmal anhalten, um Blümchen zu pflücken. Schlüssel steckt, kannst ja Deine Fahrerkarte einlegen und selber zurücksetzen, ich mache das nicht..“ Einiges Gelaber über Unpünktlichkeit und mangelnde Fahrkenntnisse meinerseits später steht der Zug immer noch am gleichen Platz und ich sitze in der Sonne und trinke Kaffee.. Abgeladen wird allerdings auch nicht..
Irgendwann kommt der Typ wieder zu mir und fragt mich, ob ich denn nicht zurück setzen will. „Hättest Du mich einfach nett gefragt, wäre es kein Thema gewesen. Rumknottern und auch noch der Meinung sein, meinen Job besser machen zu können, ist nicht..“
Nun hat er dann doch die Paletten nach vorne geholt und sie sind am abladen wie die Wilden. Ich mache erst einmal in Ruhe Pause und mich dann auf den Rückweg..Vielleicht sehe ich ja noch ein paar hübsche Blümchen 😉


3 Kommentare

  1. DisastersMaster sagt am 15. 04. 2010 um 22:27

    Zu der Geschichte kann man eigentlich nur eins sagen: Typisch deutsch – unfreundlich bis zum geht nicht mehr und sich dann über die Reaktion wundern…

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  2. maik sagt am 17. 04. 2010 um 21:30

    Diese Erlebnisse kenne ich zur Genüge. Eigene Unfähigkeit wird auf andere, in diesem Fall dem Fahrer, abgewälzt.

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  3. DisatsersMaster sagt am 18. 04. 2010 um 20:30

    Ach was. Wenn man das Vorwort des B.A.f.H. beherzigt, dann kommt man auch weiter.
    „Grundverhaltensregeln für Assistenten:
    1) Verstecken!
    2) Wenn sie dich finden: Lügen!“
    Damit kommt man ganz sicher weiter. Man hat dann zwar nach drei Jahren keine Kollegen mehr, die mit einem zusammen arbeiten wollen, aber das macht nichts. Denn dann ist man Vorstandsmitglied in einem großen deutschen, börsennotierten Unternehmen. Und dann wagt es sowieso niemand mehr, dir zu sagen, dass du seit ner halben Stunden nur noch Blödsinn von dir gibst 😉

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