Archiv von 'Juni, 2008'

Wir sind alle Junkies!

Und zwar Fossilien-Junkies. Sicherlich werden jetzt einige denken, ich sei etwas gestört, aber wenn man das miteinander vergleicht, kommt es gut hin.
Wir sind abhängig von der Ölindustrie. Uns plagen Verlustängste, es gibt eine nicht unerhebliche Beschaffungskriminalität (wen wunderts bei den Energiepreisen) und Ersatzdrogen sind keine wirkliche Alternative. Da hilft nur kalter Entzug.

Womit wir wohl beim Kern des Problemes sind. Alternative Energien sind teuer. Ich sage mit Absicht „alternativ“, nicht „erneuerbar“, weil Energie im Physikalischen Sinne nunmal nicht erneuerbar ist, sie ändert nur ihren Aggregatzustand.
Die letzten Vorstösse der Grünen, doch mehr in Atomkraft zu investieren, sind für mich auch wieder ein Suchtbeispiel. Das ist so, als wenn Alkoholiker von Schnaps auf Kokain umsteigen. Ist zwar nicht gesünder, schont aber den Rücken. Man muss ja nimmer so viele Flaschen schleppen.
Über die langfristige Lagerung der Abfälle kann man sich ja dann Gedanken machen, wenns mal soweit ist.
Windkraft ist toll. Sieht man hier in Schleswig-Holstein. Einige lästern schon, wir wollten Schleswig-Holstein nach Afrika verlegen. Der Antrieb ist ja schon installiert, nur noch an der Elbe kappen und weg mit uns. Das würde zumindest das Heizkosten-Problem lösen 😉
Ich heize überwiegend mit Holz. Das bekomme ich umsonst. Ansonsten muss die Gasheizung ran. Die war neulich für 2 Wochen kaputt, ist ein wenig nervig, wenn man mal heisses Wasser braucht. Es war ja warm und kalt waschen hat noch niemandem geschadet. Andererseits sparen wir dadurch fast 80 Euro an Kosten für Gas. Soweit ist es schon, dass man sich über kaputte Heizungen freut.

Über die staatliche Milchmädchenrechnung der Benzinpreise wurde ja anderswo schon berichtet. Ich möchte gerne noch eine aufmachen: Das Glühbirnen-Verbot. Glühbirnen sind schlecht. Sie verbrauchen zuviel Energie, die in Wärme abgestrahlt wird. Energiesparlampen sind gut, die werden nicht warm. Kosten zwar in der Herstellung mehr, enthalten hochgiftige Chemikalien in Form eines Leuchtpulvers in den Röhren, die teuer entsorgt werden müssen. Quecksilberhaltig, soweit ich weiss. Ganze Industriezweige leben inzwischen vom Recycling dieser Dinger. Aber sie sind gut. Dass der Energieaufwand zur Herstellung dieser Sparlampen auch erheblich höher ist als bei der Glühbirnenproduktion und dadurch auch mehr umweltschädliche Gase, etc. produziert werden, lassen wir mal beiseite. Ist wie mit der Kernkraft. Hauptsache ist: Energiesparlampen sind gut.
Ach was solls. Die Menschheit möchte ja verarscht angelogen werden. Als braver Lemming laufe ich einfach mal mit, die Richtung wird schon stimmen, Millionen Lemminge können ja nicht irren, oder?

Dänen lügen nicht (aber sie sagen nicht unbedingt die Wahrheit)

Letzte Woche schon bekam ich die Ankündigung von meinem Chef, daß wir bei Marker mit den Tautlinern aufhören und ich dann auf den Kipper umsatteln sollte. Er sagt mir rechtzeitig Bescheid, hieß es. Immerhin ist so ein Treckerwechsel ja fast das gleiche wie ein Wohnungsumzug. Leben in einer Telefonzelle will gut organisiert und eingerichtet sein.
Mittwoch morgen klingelt das Telefon, Chef ist dran: „Du weißt ja, daß wir heute bei Marker aufhören. Wenn Du fertig bist mit der Tour melde Dich aus Padborg bei mir..“
Ahja, alles klar..soviel zu „rechtzeitig“.
Der Kollege auf dem Kipper hat zwar gekündigt, aber erst zum nächsten Monat. Ich rufe also meinen Chef an, als ich durch bin mit der Tour. „Ich hab da einen Trailer in Padborg, der muß nach Süditalien..“ Das konnte ich gerade noch so abbiegen, immerhin habe ich noch einen Lappen in Bozen liegen und die Gefahr, da verhaftet zu werden, ist einfach zu groß. Trotzdem habe ich den Trailer bei TIP abgeholt, wenn auch unter Schwierigkeiten, die haben nur bis 16.00 auf und es war schon weit über 17.00. Nun hieß es, ich solle den nur vorladen und dann im Raum München tauschen.
Ich bin auch auf Anweisung noch bis kurz vor Hamburg gefahren und habe mich dann morgens im Hauptberufsverkehr durch die Stadt von West nach Ost gequält bis zur Ladestelle. Den Auftrag hatte er von Daulux, also Stahl.
Leider habe ich weder Helm noch Sicherheitsschuhe an Bord, wozu auch, für Pferdefutter und Sand war das bislang nicht notwendig. Also Chef anrufen und Bescheid sagen, daß ich nicht geladen werde.
„Die haben sowas bestimmt da zum Verkauf, bring einen Beleg mit, Geld bekommst Du von mir wieder..“ Davon mal ab, daß ich prinzipiell keinen Cent für die Firma auslege, um dann wochenlang meinem Geld hinterherzulaufen, die wollten fast 100 Euro für die Ausrüstung haben und meine Barschaft belief sich auf 3,40 Euro.
So stand ich dann den ganzen Tag da herum und habe auf einen Kollegen gewartet, der mit mir Trailer tauscht. Die berühmten „dänischen 5 Minuten“ dauern ja schon 2 Stunden, da mache ich mir keinen Kopf mehr drum. Kollege kam, wir haben getauscht, noch nen Kaffee getrunken und geplaudert, dann fuhr er zum Laden und ich mit seinem Trailer nach Odense zum Abladen.
Ich hab beim Kunden in Odense übernachtet, war morgens um 6.00 der erste in der Entladung, habe mich um kurz nach 7.00 leer gemeldet per Email und gefrühstückt.
Um 8.15 dann nochmal nachgefragt, ob sie mich vergessen hätten. Immerhin ist Freitag und ich stehe mir die Schichtzeit kaputt. Um 9.00 dann Chef angeschrieben, ob da was schiefläuft, weil immer noch keine Rückmeldung kam. „Die kümmern sich, melden sich gleich bei Dir“..
kurz nach 10.00 kam denn meine Ladeadresse, kurz nach 11.00 war ich in Vamdrup bei Rockwool und um 13.20 denn auch geladen. Auf nach Padborg..
Eben nach 14.00 war ich bei Contino auf dem Hof, hab mich bei der Dispo gemeldet, was mit dem Trailer passieren soll. „Du mußt den Trailer tauschen mit Manfred in Schwarmstedt..“
Leise fluchend bin ich also noch die 4 Stunden nach Schwarmstedt gezogen, habe mit Manfred Trailer getauscht und eine Pause gemacht und bin dann wieder 3 Stunden nach Hause gezogen. MIt Vignette holen, einem kleinen Stau und absatteln in Wellsee war ich dann um 23.30 endlich zuhause. Meine Tachoscheibe habe ich mit dem Daumennagel unkenntlich gemacht im Bereich zwischen 6.00 und 8.00, weil ich ja die Lenk- und Schichtzeit deutlich überschritten habe.
Und das Tolle daran: Ich kann das jetzt öfter haben, weil ich jetzt fest bei Contino ziehe..

Irgendwie überkommt mich immer wieder das Gefühl, schon viel zu lange in dieser Firma zu sein. Ich werde die Tage in DK für einige Vorstellungsgespräche nutzen und dann zusehen, meinen Arsch da raus zu bekommen.
Am liebsten würde ich ja was ganz anderes tun, egal was, hauptsache man kann davon Leben und muß nicht den ganzen Tag auf der Straße sein. Etwas mit festen Arbeitszeiten und festem Gehalt, aber wer stellt schon einen über 40jährigen ein, noch dazu einen berufsfremden?

Wer etwas für mich hat, darf sich gerne melden 😉

Saufen für den Bio-Sprit

Eine fantastische Idee! Eine der marktführenden US-Brauereien (Coors) hat Bier zu Sprit gemacht.
Die Abfüllüberschüsse werden seit 1996 zu umweltfreundlichem Ethanol verarbeitet, welcher als Kraftstoff gut geeignet ist.
Die Produktion liegt bei rund 11 Millionen Liter pro Jahr, davon mal abgesehen werden auf diese Weise auch gleich die nicht verwendbaren, schädlichen Bierüberschüsse auf angenehme Weise entsorgt. Das sind zwar nur um die 70 Tonnen im Jahr, aber Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist.
Noch dazu sollte man ja nicht mehr Auto fahren, wenn man etwas getrunken hat 😉

Ich halte das ganze allerdings für sinnvoller als diese „Saufen für den Regenwald“-Kampagne einer grossen deutschen Brauerei..

Geiz ist geil!

Wir haben eine nette Ladestelle für Dachpfannen von Lafarge/Braas in Regesborstel. Die Ladungen gehen nach Norwegen, werden von uns in Greena abgeliefert und dort auf Dampfer geladen..

In Regesborstel haben sie eine merkwürdige Art zu Laden. Es werden immer 3 Paletten in Reihe längs reingestellt und dann 2 Stück oben drauf. Zwischen 2 dieser Stapel kommen dann Holzwinkel und darüber wird die Ladung mit einem Gurt nach unten gezurrt. Beim ersten Mal fühlt man sich damit noch unwohl, trotz der TÜV-Abnahme dieser Art Ladungssicherung. Das Ganze steht wie eine eins und kommt kam immer heil an.

Die Paletten bestehen aus einer Euro, auf der 4 Dachstein-Paletten gestapelt und eingeschweißt sind waren. Somit hatte man einen festen Block von .ca 1,2t Gewicht, der sich prima stapeln ließ.
Die Schweißfolie ist wohl zu teuer geworden, daher wird jetzt nur noch mit Stretchfolie umwickelt. Prinzipiell nichts gegen einzuwenden, aber 3 Lagen ist für das Gewicht zu wenig, davon mal ab, daß Strechtfolie im Gegensatz zur Schweißfolie nicht als Ladungssicherungsmittel zugelassen ist.
Eine Palette sieht dann so aus:

Palette

Da die Dachsteinpaletten nicht mehr fest miteinander verbunden sind, ist die Ladung in ständiger Bewegung und folglich auch die Sicherung über Winkel und Gurte zwischen den Stapeln nicht mehr ausreichend. Ich habe beim Nachzurren nach 50km Fahrt bemerkt, daß Bewegung in der Ladung ist und folglich über jeden einzelnen Stapel einen Gurt mit entsprechenden Kantengleitern gelegt. Trotzdem ist die Ladung immer noch in Bewegung gewesen, wie man auf diesem Bild deutlich sieht:

Stapel
(Das Bild ist leider nicht so besonders, die Sonne stand etwas ungünstig morgens am Hafen.)

Konsequenz dieser Tour: 4 Leute mussten mit vereinten Kräften eine in die Plane gekippte Palette in der oberen Reihe wieder aufrichten und ich werde künftig die Ladung ablehnen, wenn sie die Paletten nicht wieder einschweißen.

Mehr Bilder gibt es hier

Klimaschutz mal anders

Wenn wir uns nach dem Winter alle ­gemeinsam nackt in die Sonne legen, ­sollten unsere weißen Körper genug Licht reflek­tieren, um die Klimaerwärmung um mindestens ein bis zwei Tage zurück­zuwerfen.

via Titanic